Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Haupt- und Realschulen bleiben erhalten
Bayerisches Kultusministerium steht zu gegliedertem Schulwesen – Studien untermauern: Schüler werden in Bayern bestmöglich gefördert
Mehr zu: Bayern, Hauptschule, Schulstruktur, Stiftungen, SchuleDas gegliederte Schulwesen Bayerns ist gerecht und fördert alle Kinder ihren Begabungen entsprechend bestmöglich. Darauf weist das Bayerische Kultusministerium angesichts der nun veröffentlichten Umfrage der Bertelsmann-Stiftung "Integration durch Bildung" hin. Bei der Umfrage hatten 60 Prozent der Bevölkerung der neuen Länder, in denen das gegliederte Schulwesen die Ausnahme darstellt, ihr Bildungssystem als ungerecht bezeichnet.
Eine längere gemeinsame Schulzeit erbrachte bisher, so das Bayerische Kultusministerium, in keiner Untersuchung tatsächlich einen höheren Bildungserfolg für Schülerinnen und Schüler. Auch mögliche Nachteile, die aus der sozialen und kulturellen Herkunft resultieren, wurden nicht ausgeglichen. Leistungsstarke Schüler wiesen in Gesamtschulen gegenüber Gleichaltrigen im gegliederten Schulwesen deutliche Defizite auf. Dies hatte der Berliner Bildungsforscher Prof. Rainer Lehmann im Frühjahr 2008 veröffentlicht.
Die Vorzüge des gegliederten Schulwesens erkannte auch der Dresdner Schulpsychologe Prof. Ludwig Bilz an. In seiner aktuellen Studie hatte er das zweigliedrige Modell von Mittelschule und Gymnasium beispielhaft erforscht und dabei festgestellt, dass Mittelschulen, die Haupt- und Realschulangebote vereinen, "versagen". Es gelinge ihnen nicht, Schülerinnen und Schüler durch eine verlängerte gemeinsame Schulzeit von Haupt- und Realschülern besser zu fördern als im gegliederten Schulsystem. Im Gegenteil, so Bilz: Anstatt die Kinder begabungsgerecht zu fördern, würden viele von ihnen in der Mittelschule überfordert, allein gelassen und zeigten psychische Beeinträchtigungen. Differenzierter Unterricht sei in der Mittelschule geradezu "Fehlanzeige". Vor allem schüchterne und unauffällige Kinder würden häufig übersehen und dadurch vernachlässigt, so der Schulpsychologe.
Die Untersuchungen bestätigen und stärken Bayerns Weg. Kultusminister Schneider hat mit dem Lehrerverband BLLV Gespräche geführt. Dabei soll das gegliederte Schulwesen erhalten bleiben und die Hauptschule zu einer regionalen Schule mit stark berufsvorbereitendem Charakter weiter entwickelt werden - neben der Realschule und dem Gymnasium.
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