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Kempen: "Alarmstufe Rot bei Bologna-Reformen"

Deutscher Hochschulverband hält Studierendenvotum für desaströs

Mehr zu: Bologna-Prozess, Deutschland, Europa, Hochschullehre, Hochschule
Bonn, 18.08.2008 -

"Der Bologna-Prozess steckt in einer tiefen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise. Das ist ein Alarmzeichen, das niemanden kalt lassen kann", kommentierte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Professor Dr. Bernhard Kempen, die Ergebnisse des 10. Studierendensurveys, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht hat. Aus dem Survey geht hervor, dass die Studierenden dem Bachelor immer skeptischer gegenüberstehen. "Die Vorbehalte gegen die gestufte Studienstruktur sind über die Jahre gewachsen, obwohl Neuerungen mit der Zeit normalerweise auf wachsende Akzeptanz stoßen", erläuterte Kempen. "Nicht an der Aufklärung über die Ziele, sondern bei der Umsetzung hakt es."

Laut Studierendensurvey erwartet nur noch jeder dritte Studierende, dass die deutschen Hochschulen durch die Bologna-Reformen attraktiver für ausländische Studierende werden. Ebenso wenig wird auf die Verbesserung der Berufschancen vertraut. Das Argument einer kürzeren berufsqualifizierenden Hochschulausbildung mit dem Bachelor ziehe immer weniger. Die Studierenden fühlten sich in ihrer Studiengestaltung eingeengt. Jeder Zweite erkenne Bachelor-Studiengängen die wissenschaftliche Qualität ab.

"Die Ergebnisse sind alarmierend und besorgniserregend. Die Wunschvorstellungen der Bologna-Befürworter decken sich nicht mit der Lebenswirklichkeit der Studierenden", so Kempen. Gegen die Studierenden ließen sich die Reformen nicht umsetzen. "Die Anliegen der Studierenden müssen ernst genommen werden. Der Bologna-Prozess in Deutschland ist nur noch zu retten, wenn massiv gegengesteuert wird", so Kempen. Der DHV wird in Kürze mit eigenen Vorschlägen an die Öffentlichkeit treten.

*- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der deutschen Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses mit über 23.000 Mitgliedern. -*

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