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Land fördert Frauen- und Genderforschung mit rund 375.000 Euro

Ministerin Lautenschläger: Beitrag zur Durchsetzung von Gleichberechtigung

Wiesbaden, 19.08.2008

Hochschulprojekte mit den Forschungsschwerpunkten Frauen- und Genderforschung werden dieses Jahr mit zusammen rund 375.000 Euro vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert; davon entfallen 232.000 Euro auf Vorhaben an Universitäten und 143.000 Euro auf Fachhochschulen. Das hat Staatsministerin Silke Lautenschläger heute in Wiesbaden mitgeteilt: "Mit diesen Forschungsschwerpunkten wollen wir nicht nur die wissenschaftliche Reflexion der geschlechtsspezifischen Sichtweisen unterstützen, sondern auch einen Beitrag zur praktischen Durchsetzung von Gleichberechtigung leisten", sagte Staatsministerin Silke Lautenschläger.

Dem Ministerium lagen 15 Neuanträge und sechs Fortsetzungsanträge von Universitäten vor, von denen die Auswahlkommission neun Neu- und sechs Fortsetzungsanträge zur Förderung vorschlug. Aus den Fachhochschulen kamen sechs Neuanträge und drei Fortsetzungsanträge, wovon zwei beziehungsweise drei zur Förderung empfohlen wurden.

An der Goethe-Universität Frankfurt untersucht Prof. Dr. Helga Kelle die Geschlechterdifferenzierung in kindermedizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Prof. Dr. Katharina Liebsch, Dr. Inge Schubert und die Diplom-Soziologin Marga Günther befassen sich mit dem Thema "Ästhetische Distinktion, Bedeutung, Funktion und Praxis körperlicher, geschlechtlicher und sexueller Inszenierungen adoleszenter Mädchen und junger Frauen". Um "Chancen des Schulsportunterrichts zum ,Undoing Gender´- kooperative Lernformen als Weg der Geschlechterverständigung" geht es Prof. Dr. Robert Prohl und Dr. Inge Bähr. Prof. Dr. Ursula Apitzsch betreut gemeinsam mit Dr. Marianne Schmidbauer und Ph.D. Kyoko Shinozaki den "Workshop Care und Migration" und beleuchtet gemeinsam mit Dr. Christine Löw "Biodiversität, Wissen und Geschlecht – Feministische Perspektiven auf die aktuellen Regulierungen gesellschaftlicher Naturverhältnisse". "Ideen- und Kulturtransfers um 1900: Transnationale Dimensionen der deutschen bürgerlichen und proletarischen Frauenbewegung" sind das Thema von Dr. Ulla Wischermann und Petra Pommerenke. Prof. Dr. Helma Lutz befasst sich mit "Intersektionalität", einem neuen theoretischen Konzept in der Geschlechterdebatte.

Das folgende Forschungsprojekt wird an der Justus-Liebig-Universität Gießen gefördert: "Die Debatte über das Schulversagen von Jungen in internationaler Perspektive – Analysen und Erfahrungen aus dem angloamerikanischen Raum" von Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz und Dr. Sabine Mehlmann .

Die Universität Kassel ist mit drei Projekten vertreten. Prof. Dr. Birgit Vogel-Heuser und Maria Ricken arbeiten über "FRAUKKE – Frauenkompetenz in Konstruktions- und Entwicklerberufen". Prof. Dr. Ilse Müllner untersucht Raum und Geschlecht im Hohelied. Dr. Helene Schwenken und Prof. Dr. Christoph Scherrer befassen sich mit dem Thema "Ökonomisches Geschlechterwissen in der Governance von Migration".

Ein Projekt der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel erforscht die "Umsetzung des Gleichheitsgrundsatzes des Grundgesetzes. Die Politik des SPD-Frauenausschusses und der Politikerin Elisabeth Selbert vor dem Hintergrund eines Wandels in der Frauenpolitik der SPD-Parteipolitik der 1950er Jahre."

Drei Vorhaben werden an der Philipps-Universität Marburg unterstützt. Eine "Analyse der Kritik und Reproduktionsdynamiken feministischer und genderkompetenter Wissenschaft am Beispiel politikwissenschaftlicher Frauen- und Geschlechterforschung" unternehmen Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf und Tina Jung. Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf und Anja Lieb befassen sich mit "Geschlechterpolitik im Spannungsfeld von Markt und Emanzipation – Analyse der geschlechterpolitischen Implikationen genderorientierter Weiterbildung und Beratung". Das Thema von Prof. Dr. Ulrike Prokop, Ramona Kahl und Nina Friese lautet "Mediale Darstellungsformen von Weiblichkeit und Männlichkeit heute. Geschlechterdarstellungen in Werbespots und Comics in ihrer Vorbildfunktion für Jugendliche". "Diversität und Hybridität: Adoleszente Möglichkeitsräume in binationalen Familien" werden von Prof. Dr. Elisabeth Rohr und der Diplom-Pädagogin Susanne Gerner untersucht.

An der Hochschule Darmstadt befassen sich Prof. Dr. Cornelia Krause-Girth und Dr. Christa Oppenheimer mit der geschlechtsspezifischen Prävention psychosozialer Probleme in städtischen Kindertagesstätten und deren Auswirkung auf die Arbeitsbelastung des pädagogischen Personals.

Prof. Dr. Irmgard Vogt und Jana Fritz untersuchen an der Fachhochschule Frankfurt "Drogentherapie mit Kindern und ohne: Subjektive Konzepte von Müttern und Vätern über ihre Geschlechter- und Elternrollen und zur Fürsorglichkeit". "Männer, die pflegen: Eine Studie zur gender-konstruierten Angehörigenpflege männlicher ,Pflegepioniere´" heißt das Thema von Prof. Dr. Manfred Langehennig und Dr. Margit Göttert.

An der Hochschule Fulda arbeiten Prof. Dr. Daphne Hahn und Prof. Dr. Beate Blättner über "Zahnärztliche Versorgung bei häuslicher und bei sexualisierter Gewalt gegen Frauen – Wissenschaftliche Begleitung der Implementierung von Handlungsempfehlungen in Hessen". Prof. Dr. Beate Blättner und Prof. Dr. Henny Annette Grewe befassen sich mit der ärztlichen Dokumentation häuslicher Gewalt und körperlicher Misshandlung von Frauen.

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