Landeselternrat der Gesamtschulen NW e.V. (LER)
In NRW nichts Neues – aber gute Vorsätze der Ministerin!
Mehr zu: Bildungsgerechtigkeit, Durchlässigkeit, Elternarbeit, Gesamtschule, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Statistik, Schule"Dank an Ministerin Sommer, dass sie die Schwierigkeiten an einigen Gymnasien und Gesamtschulen nicht weiter ignoriert," so kommentiert Anette Plümpe, Vorsitzende des Landeselternrates der Gesamtschulen in NRW (LER), die Aussagen von Schulministerin Sommer zum Ergebnis des Zentralabiturs 2008 in NRW. Es ist gut und wichtig, dass Gesamtschulen und Gymnasien intensive Unterstützung bei der erfolgreichen Hinführung zum Abitur erhalten sollen.
Ansonsten - nichts Neues in NRW. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich beide Schulformen um 0,01 bzw. 0,04 Punkte im Durchschnitt verändert. Die Gesamtschulen schneiden 0,28 Punkte schlechter ab als die Gymnasien – auch dies ebenso wie 2007 ein statistisch unbedeutender Wert. "In bekannter Polemik wird dies natürlich medienwirksam kontra Gesamtschule interpretiert."
Sommers Vergleich unterschiedlicher Schulformen ist ebenfalls nicht neu – Äpfel mit Birnen. Noch einmal zur Erinnerung: An den Gesamtschulen können alle Schulabschlüsse erworben werden! Die Schuljahre 5 – 10 haben nicht nur das Erreichen des Abiturs zum Ziel. Das unterscheidet Gesamtschulen in der Tat von den Gymnasien. "Die Schulministerin betont, dass es ihr bei aller Kritik nicht um die Abschaffung der Gesamtschulen geht. Wir sehen dies als klares Bekenntnis zur Gesamtschuloberstufe und werden sie beim Wort nehmen," so Plümpe, die dabei an die vehementen Angriffe des Koalitionspartners FDP denkt, der nicht müde wird die Abschaffung selbiger zu fordern.
Die Note "1,0" als Maß aller Dinge für ein erfolgreiches Abitur heran zu ziehen wird nach Auffassung des LER jedoch weder den SchülerInnen an den Gymnasien noch den SchülerInnen an den Gesamtschulen gerecht. Plümpe: "Wer die Abiturientenquote erhöhen will, darf das Nadelöhr nicht verengen!" Es kann nicht Maß der Dinge sein, dass ein Abitur nur dann öffentliche Anerkennung findet, wenn mindestens eine Eins vor dem Komma steht.
Fakt bleibt aus Sicht des LER, dass im Rahmen des Zentralabiturs die vermeintliche Elite an den nordrhein-westfälischen Gymnasien erstaunlich schlecht abschneidet! Doch auch dies wissen wir bereits von PISA.
Schulministerin Sommer "kann das häufig vorgebrachte Argument einer schwierigen Sozialstruktur der SchülerInnen an den Gesamtschulen nicht mehr hören". Gesamtschuleltern geht es genauso. Sie sind es jedoch leid, dass diese Tatsache grundsätzlich von Seiten des Schulministeriums und der Politik ignoriert wird. In diesem Zusammenhang gibt es dem LER auch zu denken, dass die angekündigten Migrationsdaten im Zusammenhang mit dem Zentralabitur zwar zur Verschiebung der Pressekonferenz führten, dort jedoch mit keinem Wort Erwähnung fanden. Plümpe: "Ein Schelm wer Böses dabei denkt."
Der Landeselternrat der Gesamtschulen in NRW fordert Frau Ministerin Sommer auf, sich den Tatsachen zu stellen und endlich alles dafür zu tun, die Erwartungen der Menschen in NRW zu erfüllen: "Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit als Schlüssel für die Zukunft unserer Kinder – das ist die Aufgabe! Wir hoffen sehr, dass Ministerin Sommer ihren guten Vorsätzen auch endlich gute Taten folgen lässt," resümiert die Vorsitzende des LER.
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