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Einrichtung einer Unabhängigen Kommission zur Qualitätssicherung von zentralen Prüfungen

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Nordrhein-Westfalen, Prüfungsordnungen, Qualitätsstandards, Schulverwaltung, Zensuren, Zentralabitur, Schule
Düsseldorf, 01.09.2008 -

Heute hat im Düsseldorfer Schulministerium die konstituierende Sitzung der "Unabhängigen Kommission zur Qualitätssicherung von zentralen Prüfungen" stattgefunden. "Der Blick auf andere Länder mit zentralen Abschlussprüfungen, aber auch der Blick in die anderen Bundesländer zeigt: Fehler bei zentralen Prüfungsverfahren lassen sich wahrscheinlich trotz sorgfältiger Prüfungen nie vollständig ausräumen. Dennoch ist es mir ein großes Anliegen, die Verfahren so auszugestalten, dass die Wahrscheinlichkeit von Fehlern weiter verringert wird", erklärte Schulministerin Barbara Sommer.

Die "Unabhängige Kommission" wird angegliedert an das Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund. Mitglieder der Kommission sind:

  • Prof. Dr. Wilfried Bos (Leiter des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund),
  • Prof. Dr. Andreas Schleicher (OECD / Pisa-Koordinator),
  • Prof. Dr. Olaf Köller (Leiter des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt Universität Berlin),
  • Prof. Dr. Detlev Leutner, Universität Duisburg-Essen,
  • die Vorsitzenden der Rheinischen sowie der Westfälisch-Lippischen Direktorenvereinigung der Gymnasien, Oberstudiendirektor Konrad Großmann bzw. Oberstudiendirektorin Dr. Luise Berg-Ehlers,
  • die Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung der Gesamtschulen NRW Dagmar Naegele.

Barbara Sommer: "Der Blick von außen wird uns helfen, Aufgabenstellungen und Bewertungsvorgaben zu optimieren. Die politische Verantwortung verbleibt selbstverständlich bei mir."

Die neue Unabhängige Kommission überprüft künftig die von den staatlichen Aufgabenkommissionen entwickelten Abituraufgaben. Dazu werden für jedes Hauptfach zusätzlich als Untergliederungen unabhängige Fachkommissionen eingerichtet. Die Fachkommissionen begleiten die konkrete Entwicklung der jeweiligen Abituraufgaben, indem sie zu festgelegten Terminen die - wie bisher von Aufgabenkommissionen aus Lehrkräften erstellten Aufgaben - begutachten, ggf. einzelne Aufgaben oder Teile davon verwerfen, Überarbeitungen veranlassen und am Schluss die Endkontrolle, also die Freigabe als Prüfungsaufgabe vornehmen.

Während die Fachkommissionen die Detailprüfung übernehmen, besteht die Aufgabe der Unabhängigen Kommission darin, das Ministerium bei der Ablaufsteuerung des Abiturs zu beraten und grundsätzliche Fragestellungen bei der Aufgabenentwicklung und -freigabe zu klären. Zudem gibt sie während der Phase der Abiturdurchführung gemeinsam mit den Fachkommissionen konkrete Empfehlungen hinsichtlich eines eventuellen Handlungsbedarfs ab.

Die Hauptaufgabe der Kommission ist die Begleitung des Zentralabiturs 2009. Sollten aber bei den Abschlussprüfungen am Berufskolleg sowie bei den zentralen Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10 Probleme auftreten, wird die Kommission ebenfalls tätig werden. "Die Abnahme durch die ´Unabhängige Kommission´ ist eine zusätzliche Absicherung zur Vermeidung von Fehlern. Der bisherige Aufwand der Schulaufsicht bei der Aufgabenerstellung sowie die erfolgreiche Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in den Aufgabenkommissionen werden nicht reduziert", betonte die Schulministerin.

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