Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW
VBE: Leistungen der Gesamtschulen anerkennen!
Mehr zu: Forschung, Gesamtschule, Individuelle Förderung, Nordrhein-Westfalen, Schulgesetz, Statistik, Schule"Die heute von der Bochumer Schulforscherin Gabriele Bellenberg vorgelegten Zahlen zur Gesamtschuloberstufe sprechen eine deutliche Sprache für die Leistungen dieser Schulform", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Dass es den Gesamtschulen gelingt, 90 Prozent der Oberstufenschülerinnen und –schüler zur Fachhochschulreife oder dem Abitur zu führen, kann sich sehen lassen."
In den vergangenen Wochen ist in Bezug auf die Gesamtschulen vieles vermischt und aus einem eingeschränkten Blickwinkel dargestellt worden. Wer die Leistungen der Gesamtschulen innerhalb des nordrhein-westfälischen Schulsystems wirklich einordnen will, muss sie konsequenterweise mit den Leistungen des gegliederten Schulsystems und nicht ausschließlich mit denen der Gymnasien vergleichen. Bellenberg weist zu Recht darauf hin, dass die alleinige Betrachtung der Sekundarstufe II kein vollständiges Bild von den Leistungen dieser Schulform ergeben kann.
"Es muss offensichtlich auch fast 40 Jahre nach der Gründung der ersten Gesamtschulen in NRW immer noch deutlich gesagt werden, dass die Gesamtschule keine Schulform ist, die von der 5. Klasse an einen bestimmten Abschluss im Auge hat, sondern die Abschlüsse bewusst so lange wie möglich offen hält", so Beckmann. "Sie schafft es auch, Kinder zum Abitur zu führen, die die Gymnasien entweder gar nicht erst aufnehmen oder frühzeitig an andere Schulformen abgeben."
Die Ergebnisse der heute vorgelegten Umfrage zeigen, dass die Gesamtschulen einen wesentlichen Beitrag zur Individualisierung von Bildungsbiografien leisten.
"Die Landesregierung sollte darüber eigentlich hocherfreut sein, hat sie doch das Recht auf individuelle Förderung im Schulgesetz verankert", so Beckmann abschließend. "Individuelle Förderung heißt nämlich nicht, neunjährige Kinder nach vermeintlicher Begabung Schulformen zuzuweisen, sondern ihr Entwicklungspotenzial so zu entfalten, dass sie den bestmöglichen Abschluss ohne unnötige Umwege und Schulwechsel erreichen können."
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