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Kultusminister Helmut Rau: 2008 werden 4200 neue Lehrkräfte in den Schuldienst eingestellt

530 Millionen schwere "Qualitätsoffensive Bildung" der Landesregierung sorgt für "ausgezeichnete Einstellungsperspektiven" in den kommenden Jahren / Durch den Rückgang der Schülerzahlen freiwerdende Ressourcen verbleiben im Bildungssystem

Mehr zu: Baden-Württemberg, Demografische Entwicklung, Hauptschule, Junglehrer, Lehrermangel, Schülerzahlen, Schulstart, Sonderschulen, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 03.09.2008 -

Zum kommenden Schuljahr 2008/09 treten insgesamt rund 4200 Junglehrer in den öffentlichen Schuldienst ein. Dies gab Kultusminister Helmut Rau am Mittwoch (3. September) in Stuttgart bei der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresanfang bekannt. "Die Einstellungszahlen liegen bereits dieses Jahr auf einem hohen Niveau und werden in den kommenden Jahren nochmals deutlich steigen", sagte Rau. Die "Qualitätsoffensive Bildung" der Landesregierung führe zu "ausgezeichneten Jobperspektiven" für angehende Lehrkräfte.

Von den 4200 eingestellten Junglehrer erhalten die Grund- und Hauptschulen 1070 neue Pädagoginnen und Pädagogen, die Realschulen 700, die Gymnasien 1340, die beruflichen Schulen insgesamt 780 und die Sonderschulen 140. Hinzu kommen noch 170 Fachlehrer, davon 60 an Sonderschulen. Von den eingestellten Lehrkräften werden voraussichtlich 250 aus anderen Bundesländern kommen. Zur Situation der Unterrichtsversorgung im kommenden Schuljahr sagte der Kultusminister:

"Der Pflichtunterricht an den allgemein bildenden Schulen ist gesichert und ein angemessener Ergänzungsbereich gewährleistet." Bei den beruflichen Schulen gebe es ein strukturelles Versorgungsdefizit, das sich auf dem Vorjahresniveau von 4,4 Prozent bewege. Das Kultusministerium werde die Rahmenbedingungen für so genannte Direkteinsteiger aus der Wirtschaft weiter verbessern. Zu diesem Zweck wird die Zahl der Fächer erhöht, in denen Bewerber ohne Lehramtsstudium als sogenannte "Direkteinsteiger" zum Zuge kommen können. Zudem erhalten Maschinenbau- und Elektroingenieure beim Einstieg in das berufliche Lehramt ab Sommer 2009 eine Zulage. Generell sollen potentielle Lehramtsbewerber durch frühzeitige Einstellungszusagen gebunden werden.

Als bewährtes Instrument für eine effiziente Stellenbesetzung bezeichnete Rau die schulbezogene Stellenausschreibung. Damit könnten Lehrkräfte gezielt für bestimmte Schulprofile, Engpassfächer und für bestimmte Regionen gewonnen werden. Das Verfahren erfolgt in zwei Etappen. Zunächst schreiben die Schulen im ländlichen Raum Stellen aus. In einer zweiten Phase kommen dann Schulen in anderen Regionen des Landes zum Zug. Über diese Zweiteilung konnten für das Schuljahr 2008/09 544 Lehrkräfte für die Schulen im ländlichen Raum gewonnen werden. Insgesamt wurden 1811 Lehrerinnen und Lehrer über die vorgezogene Stellenausschreibung eingestellt. Mittlerweile wählen die Schulleitungen über die Hälfte der neuen Lehrkräfte selbst aus.

Der Kultusminister appellierte an die Schulen, Konzepte zur Verhinderung von kurzfristigem Unterrichtsausfall zu entwickeln. Erkrankungen von Lehrkräften, die nur kurze Zeit andauerten, müssen durch interne Maßnahmen der Schule aufgefangen werden. Um Lehrerinnen und Lehrer zu ersetzen, die längerfristig krank sind, stehen mit bis zu 17 Millionen Euro ausreichend Mittel zur Gewinnung von Vertretungen bereit. Für Vertretungen aufgrund von Elternzeit, Mutterschutz, Tod oder vorzeitiger Zurruhesetzung gibt es keine Mittelbeschränkung. Zudem steht auch eine Lehrerreserve im Umfang von 1250 Stellen zur Verfügung.

Rau betonte, dass erste Überlegungen für die "Qualitätsoffensive Bildung" bereits Anfang des Jahres im Kultusministerium entwickelt und im Verlauf des Frühjahrs konzeptionell ausgearbeitet worden seien.
"Durch die stark sinkende Zahl der Schülerinnen und Schüler werden in den nächsten Jahren in erheblichem Umfang Lehrerstellen frei. Diese demografische Rendite fließt nicht in den Landeshaushalt, sondern verbleibt im Bildungssystem. Wir nutzen die Spielräume, um die Rahmenbedingungen für Schule und Unterricht gezielt und spürbar zu verbessern", sagte der Kultusminister. Die Absenkung des Klassenteilers und die Erhöhung der Leitungszeit für Schulleiter hat zur Folge, dass sich die Einstellungsperspektiven der Lehramtsbewerber ab 2009 weiter verbessern. Dies gilt insbesondere für räumlich mobile qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber. Insgesamt ist im Schuljahr 2009/10 mit bis zu 1400 zusätzlichen Einstellungen zu rechnen. Das führt zu einem Gesamtvolumen von voraussichtlich 5600 Einstellungen. Auch in den Folgejahren werde es einen großen Bedarf geben, der jedoch noch nicht exakt festgelegt werden könne.

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