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Kultusminister Siegfried Schneider weist Forderung der SPD-Politikerin Doris Ahnen zurück

Ergebnisse von Umfragen von Allensbach und Forsa bestätigt Rückendeckung - Mehrheit der Bürger steht zur Hauptschule

Mehr zu: Bayern, Deutschland, Hauptschule, Schulstruktur, Schule
München, 03.09.2008 -

"Mit ihrem Vorschlag, die Hauptschule abzuschaffen, übergeht die SPD den Mehrheitswillen der Bürgerinnen und Bürger. Selbst bei ihren eigenen Anhänger hat sie dafür keine Unterstützung." Kultusminister Siegfried Schneider weist mit dieser Aussage die heute erneut vorgetragene Forderung der SPD-Politikerin Doris Ahnen zurück.

Schneider stützt sich im Zusammenhang mit seiner Aussage auf die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Instituts Allensbach, die in der FAZ-Sonntagszeitung Ende August veröffentlicht worden war. Nur 29 Prozent der Befragten hatte den Vorschlag, die Hauptschule abzuschaffen, als "guten Vorschlag" bewertet, unter den Anhängern der SPD waren es sogar nur 28 Prozent. Vor kurzem hatte eine FORSA-Umfrage ähnliche Ergebnisse zu Tage gefördert. Darin hatten mehr als zwei Drittel der Befragten eine stärkere Unterstützung der Hauptschule durch Politik und Gesellschaft gefordert und lehnen die Abschaffung der Hauptschule ab.

Die Vermittlung von Hauptschülern in eine Berufsausbildung gestalte sich in Bayern viel günstiger als von der SPD-Politikerin für Deutschland beschrieben. Anders als in anderen Bundesländern war in Bayern nur ein Viertel der Hauptschulabgänger auf ein Übergangssystem angewiesen, gut 60 Prozent haben unmittelbar eine Ausbildungsstelle gefunden. In diesem Jahr gestalte sich die Situation noch günstiger. Auf 100 unversorgte Bewerber kämen 99 freie Ausbildungsstellen, so Minister Schneider.

Für Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider ist der Vorschlag seiner Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz wie auch die des SPD-Bildungsprogramms zur Abschaffung der Hauptschule realitätsfern. Es sei sehr leicht, die Hauptschule nominell abzuschaffen, allerdings sei in der Konzeption der SPD völlig unklar, wie die Schüler, die gegenwärtig die Hauptschule besuchen, künftig ihren Talenten gemäß gefördert werden sollen und können.

"Es muss nämlich gelingen", so Bayerns Kultusminister weiter, " eine qualitativ hochwertige Förderung von praktisch begabten jungen Menschen sicherzustellen. Dies schafft die Hauptschule in Bayern", bilanziert der bayerische Minister, selbst Grund- und Hauptschullehrer. Diese wird gegenwärtig von einem Drittel eines Jahrgangs der Schüler in Bayern besucht. Kultusminister Schneider setzt in Bayern auf eine Weiterentwicklung der Hauptschule zu einer berufsorientierten weiterführenden Schule und forciert den Ausbau der Ganztagsklassen an Hauptschulstandorten nachdrücklich. An einem Drittel der Hauptschulstandorte gibt es in Bayern im Schuljahr 2008/2009 Ganztagsklassen, an mehr als der Hälfte der Hauptschulen außerdem offene Ganztagsangebote.

Verantwortliche der bayerischen Wirtschaft hatten Minister Schneider bei seiner Hauptschulinitiative unterstützt. Sie hatten erst jüngst wieder gut ausgebildete Hauptschüler als unverzichtbar bezeichnet. Auch die PISA-Studie hatte den bayerischen Hauptschülern höhere Kompetenzen bescheinigt als Schülern der Integrierten Gesamtschulen in Berlin und Brandenburg.

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