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VBE befürchtet trotz 4200 neuer Lehrer Engpässe

Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Jugendbegleiter, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 03.09.2008 -

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg freut sich mit den 4 200 neuen jungen Lehrkräften, die für die Schulen des Landes eine Art "Frischzellenkur" sind, befürch­tet aber für das kom­men­de Schul­jahr trotzdem spürbare Engpässe in der Unterrichtsversorgung, was zu Quali­tätseinbußen an den Schulen führen wird, da gleich­­zeitig etliche Kol­legen mit den Sommerferien in den Ruhestand oder in eine Beur­laubung gegan­gen sind respektive im neuen Schuljahr wegen einer ernsthaften Er­kran­kung oder Elternzeit längerfristig ausfallen.

Ein besonderes Ärgernis ist es nach Auffassung des VBE, dass auf Grund des Organisationserlasses bestehende Klassen einer Stufe im neuen Schuljahr "er­barmungslos" zusammengelegt werden müssen, wenn der Klassenteiler auch nur we­gen eines einzigen Schülers unterschritten wird. Dann spielt nicht mehr die Pädagogik die Hauptrolle, sondern nur noch reine Arithmetik.

VBE-Chef Rudolf Karg bemängelt, dass die Unterrichtsversorgung an den Schu­len des Landes weiterhin nicht dem entspreche, was eigentlich zur Steigerung eines qualifi­zierten Bildungs- und Erziehungsauftrages erforderlich sei. Noch immer würden nötige Stütz- und Fördermaßnahmen nur dann erteilt werden, wenn genügend Lehrerstunden "übrig" seien, noch immer fehlten Lehrer für pädagogisch sinnvolle Teilungsstunden bei übervollen Klassen.

Weil den Schulen nicht genügend Vertretungslehrer ("Springer") zur Verfügung stehen, müssen bei Erkrankung von Lehrkräften im Rahmen der "verlässlichen Grundschule" häufig Klassen zusammengelegt werden, was zu einer massiven Beeinträchtigung der Unterrichtsqualität führt. Vor allem, wenn die zusammen­zulegenden Klassen größer seien, werde aus Unterricht sehr schnell nur noch Betreuung, moniert Karg. Dann litten zwei Klassen unter der Erkrankung eines Lehrers.

Oft gehe die Verlässlichkeit der Grundschule zu Lasten der Hauptschüler, die nach Hause geschickt werden, damit Hauptschulkollegen als "Feuerwehr" in der verlässlichen Grundschule eingesetzt werden können. Dies dürfe künftig nicht mehr so sein, kritisiert der VBE-Vorsitzende, da auch Hauptschüler ein Recht auf einen verlässlichen Unterricht haben.

Dass der Ergänzungsbereich weiterhin ein Mauerblümchendasein fristet, ist nach Auffassung des VBE ein großes Ärgernis. Zum Ergänzungsbereich gehö­ren Arbeitsgemeinschaften und das Erweiterte Bildungsangebot der Hauptschule (EBA), Einrichtungen, die Schülern besonders Freude machen und motivierend für die Arbeit an der Schule sein sollten. Ein Teil könne zwar, solange Geld vorhanden sei, durch Lehrbeauftragte, Jugendbegleiter oder durch Kooperatio­nen mit Vereinen abgedeckt werden; die eigentlichen Bezugspersonen der Schü­ler, nämlich die Lehrer, blieben von diesen pädagogisch wertvollen Angeboten jedoch meist ausgeschlossen.

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