Immer mehr Schülerinnen und Schüler nehmen die Angebote an Ganztagsschulen wahr
Ergebnisse der zweiten Welle der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen liegen vor
Mehr zu: Ganztagsschule, Statistik, SchuleDie Angebote, die Ganztagsschulen vorhalten, sind zwischen 2005 und 2007 erweitert worden und werden auch vermehrt von den Schülerinnen und Schülern genutzt. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der zweiten Erhebungswelle der bundesweiten Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG), die am 8. Sept. 2008 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Deutlich angestiegen ist zwischen 2005 und 2007 die Teilnahmequote an den Angeboten der Ganztagsgrundschulen: von 41 auf 56 Prozent. In der Jahrgangsstufe 5 liegt die Teilnahmequote mittlerweile bei über 50 Prozent. Unabhängig von ihrer sozialen Herkunft machen insbesondere im Primarbereich immer mehr Schülerinnen und Schüler von den Angeboten Gebrauch: Den Anstieg der Nutzung der Ganztagsangebote kann man bei allen Kindern und Jugendlichen beobachten, unabhängig von der sozialen Schicht, den Familienkonstellationen und dem Migrationshintergrund.
Die Erweiterung der Angebote an den untersuchten Ganztagsschulen zeigt sich vor allem beim Ausbau der lernförderlichen und fachbezogenen Angebote, die aber auch 2007 nur von jeweils einem Drittel der Lernenden genutzt wurden. Die stärkste Nutzung liegt nach wie vor im Bereich der Freizeitangebote und Arbeitsgemeinschaften, die schon in der Befragung von 2005 am beliebtesten waren. Im Hinblick auf die pädagogische Gestaltung und die zeitliche Flexibilität des Ganztagsbetriebs zeigt die Studie, dass noch weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Die Schulleitungen an Ganztagsschulen wünschen sich vor allem eine bessere personelle Ausstattung, während Eltern vorrangig einen erhöhten Bedarf nach verbesserter individueller Förderung ihrer Kinder sehen.
"Die Studie ermöglicht uns ein vertieftes Verständnis für die institutionellen Entwicklungen, die mit der Einführung des Ganztagsbetriebs verbunden sind", so Eckhard Klieme, Sprecher des Konsortiums und Vorstandsmitglied des DIPF. "Die größte Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, die Angebote qualitativ hochwertig auszugestalten, diese in ein Gesamtkonzept von Ganztagsschule zu integrieren sowie das Zusammenspiel aller Beteiligten weiter zu verbessern." Die in Berlin vorgestellten Befunde basieren auf den ersten beiden Erhebungen vom Frühsommer 2005 bzw. vom Frühjahr 2007. Drei Institute sind an dem Konsortium beteiligt, das die Studie im Auftrag der Bundesministeriums für Bildung und Forschung und in Kooperation mit 14 Bundesländern durchführt: das Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt (DIPF), das Deutsches Jugendinstitut in München (DJI) und das Institut für Schulentwicklung der Technischen Universität Dortmund (IFS). Die Studie wird an ursprünglich 373 Ganztagsschulen zu drei Erhebungszeitpunkten durchgeführt, Dabei werden neben den Schulleitungen die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrkräfte, das im Ganztagsbetrieb weitere pädagogisch tätige Personal sowie die externen Kooperationspartner befragt. Die dritte und letzte Erhebungswelle wird im Frühjahr 2009 durchgeführt.
Kontakt:
Dr. Natalie Fischer
Projektkoordination Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG)
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Schloßstr. 29, 60486 Frankfurt am Main
Tel. 069-24708-113, E-Mail:
Ansprechpartner
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