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Berlin, 09.09.2008 -

Einen "Schlussstrich unter die Schönwetterreden deutscher Bildungspolitiker" fordert angesichts des OECD-Bildungsberichts 2008 der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger. "Deutschland muss sich endlich wieder an der Bildungsexpansion beteiligen", bekräftigt Eckinger. "Die Bildungsrepublik Deutschland lässt sich nicht beschwören. Es muss mehr öffentliches Geld dafür in die Hand genommen werden und wir brauchen endlich eine nationale Bildungsstrategie." Es sei mehr als blamabel, so Eckinger, dass Deutschland sich bis heute auf den Bildungserfolgen längst vergangener Jahrzehnte ausruhe und dabei den Anschluss an den Bildungsboom in Kanada oder auch den nordeuropäischen Staaten verliere.

"Die Warnsignale der OECD an Deutschland betreffen die unterdurchschnittlichen Bildungsausgaben, den zu langsamen Anstieg der Mittel im schulischen Bereich und vor allem den drohenden Lehrermangel", hebt Eckinger hervor. "Deutschland ist seit Jahren im internationalen Vergleich auffällig, weil es die älteste Lehrerschaft hat. Doch auf 100 ausscheidende Lehrerinnen und Lehrer kommen nur 60 neue in den Beruf. Der Lehrermangel wird sich in den kommenden zehn Jahren weiter verschärfen." Trotz dieser absehbaren Notlage gelte die Lehrerbildung an den Universitäten nur als fünftes Rad am Wagen, kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende.

"Die Umstrukturierung in Bachelor- und Masterstudiengänge trägt bisher nicht zur Erhöhung der Attraktivität von Lehramtsstudien bei. Es wird nicht mehr von Anfang an eine Entscheidung für den Lehrerberuf verlangt. Das birgt die Gefahr, dass der Lehrerberuf auf Zuruf und aus ´konjunkturellen Gründen` ergriffen werden kann und damit das Ansehen unserer Profession weiter abrutscht. Die Lehrerbildung muss das Ansehen des Lehrerberufes endlich fundieren. Es ist eine Voraussetzung, dem Lehrermangel systematisch zu begegnen." Außerdem müsse dringend die Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer aus ihrem Schattendasein geholt werden, unterstreicht Eckinger. Hier stehe auch der Bund in der Pflicht. Die Länder warnt Eckinger davor, auf eine Personalpolitik per Scheckbuch zu setzen. "Da die Personaldecke zu kurz ist", sagt Eckinger, "werden einige Länder und vor allem die Schülerinnen und Schüler außen vor bleiben. Das ist ein Missbrauch des Föderalismus."

Der VBE-Bundesvorsitzende betont: "Der Bildungsgipfel im Oktober muss konkrete Beschlüsse von Bund und Ländern erbringen. Mit vereinten Kräften und jeder in seiner Verantwortung müssen alle Bereiche der öffentlichen Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule in gesamtstaatlicher Verantwortung auf Expansionskurs gebracht werden. Es ist hohe Zeit, dass auch Deutschland auf Bildungsexpansion setzt."

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