Deutscher Philologenverband (DPhV)
Philologenverband: "Der Lehrerberuf muss auch für Männer wieder attraktiver werden"
Mehr zu: Bildungsgipfel, Gleichstellung, Lehrerbildung, Unterrichtsversorgung, Hochschule, SchuleDer Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, gab der Sorge Ausdruck, dass immer weniger Männer sich für den Lehrerberuf entscheiden. "Die Grundschule ist bundesweit schon lange fast eine reine Frauendomäne. Dieser Trend scheint sich nun auch bei allen anderen Schularten fortzusetzen. Bundesweit beträgt der Frauenanteil unter den Studierenden je nach Lehramt inzwischen 60 bis 95 Prozent."
Wünschenswert sei nach Meidinger aber ein einigermaßen ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter der Lehrerschaft. "Sowohl in der Grundschule, aber auch während der Pubertät ist es wichtig, dass Jungen und Mädchen in männlichen und weiblichen Lehrkräften positive Rollenvorbilder erleben. Das zunehmende Verschwinden von Männern aus den Schulen erschwert gerade den Jungen die Auseinandersetzung mit der eigenen Rollenidentität."
"Offensichtlich hat im Vergleich mit anderen Berufsfeldern der Lehrerberuf in den vergangenen Jahren für junge Männer erheblich an Attraktivität verloren. Befragungen von Abiturienten und Studenten zeigen, dass deren Urteile über die Arbeitsbedingungen und die Karriere- und Verdienstchancen immer häufiger negativ ausfallen. Tatsächlich sind die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für unsere Arbeit kontinuierlich schwieriger geworden", so Meidinger.
Über Möglichkeiten, den Lehrerberuf für junge Männer wieder attraktiver zu gestalten, sollte sich nach Auffassung des Vorsitzenden des DPhV, auch der von Bundeskanzlerin Merkel initiierte Bildungsgipfel Gedanken machen. Zu Zeiten eines Lehrermangels über verpflichtende Männerquoten zu reden, halte Meidinger allerdings für wenig hilfreich.
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