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Kultusstaatssekretär Wacker zeichnet zehn Bürgerinnen und Bürger für ihr Engagement mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg aus

Landesfesttage Baden-Württemberg in Ulm eröffnet

Mehr zu: Auszeichnungen, Baden-Württemberg, Bibliotheken, Sonderthemen
Stuttgart, 12.09.2008 -

Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL hat heute (12. September) in Ulm zehn Persönlichkeiten mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit der Medaille werden Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich um die Heimat- und Brauchtumspflege besonders verdient gemacht haben. Die Verleihung findet traditionell zur Eröffnung der Landesfesttage Baden-Württemberg statt. Dieses Jahr richtet die Stadt Ulm die Feierlichkeiten aus. "Die Preisträger geben Traditionen an die nachfolgenden Generationen weiter", sagte Wacker. "Dadurch erfahren Kinder und Jugendliche von ihren Wurzeln und lernen die kulturelle Vielfalt Baden-Württembergs kennen." Das Kultusministerium fördert die Heimatpflege in diesem Jahr mit 500 000 Euro.

Rund 1,4 Millionen Menschen im Land beteiligen sich an der Traditionspflege. Dies belege, dass der Einsatz für die Heimat zeitgemäß und zukunftsweisend sei. Das Ehrenamt habe im Südwesten generell einen hohen Stellenwert. "Mit einer Beteiligung von 40 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt Baden-Württemberg bundesweit an der Spitze", betonte der Ehrenamtbeauftragte der Landesregierung.

Träger der Heimatmedaille Baden-Württemberg 2008:

Marliese Echner-Klingmann, Eschelbronn
Dr. Karl-Heinz Ellsässer, Leimen
Heinrich Gebhardt, Laichingen
Gottfried Gutmann, Zell am Harmersbach-Unterharmersbach
Dr. Wolf-Dieter Hepach, Blaustein
Rupert Leser, Bad Waldsee
Bernhard Heinrich Lott, Karlsruhe (Verleihung posthum)
Dr. Erhard Richter, Grenzach-Wyhlen
Johannes Weissbarth, Biberach
Manfred Wolf, Michelfeld

Marliese Echner-Klingmann (Jahrgang 1937) verfasst seit über 30 Jahren Mundartgedichte, die in unterschiedlichen Mundartanthologien und anderen Sammelwerken erschienen sind. Einige dieser Gedichte wurden in Lesebüchern von Haupt- und Realschulen aufgenommen. Bei den Mundart-Wettbewerben in Bockenheim an der Weinstraße wurde sie zwischen 1981 und 1991 acht Mal ausgezeichnet. In den 1980er Jahren begann Frau Echner-Klingmann, Erzählungen in Mundart und in der Schriftsprache zu schreiben. Die meisten ihrer Geschichten, veröffentlicht in der Anthologie "Dorfgeschichten – in Mundart und Hochdeutsch" (2004), schildern Erlebnisse eines Kindes in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Frau Echner-Klingmann verfasste und inszenierte mehrere Mundart-Theaterstücke. In ihrem dritten Theaterstück "Aus der Lisbeth ihrm Tagebuch" (1996) beschäftigt sie sich nach umfangreichen Recherchen mit der Zeit des Nationalsozialismus in ihrem Heimatdorf. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen in der Mundartdichtung beauftragte sie der Heimatverein Kraichgau mit der Neubearbeitung des Mundartwörterbuchs, das sie unter dem Titel "Kraichgauer Wortschatz" publizierte und in dem sie den gegenwärtigen Stand des Mundartwortschatzes im Raum Sinsheim dokumentiert.

Dr. Karl-Heinz Ellsässer (Jahrgang 1952) ist engagierter Leiter der Gruppe Volkstanz und Fahnenspiel Hohenlohergau im Schwäbischen Albverein. Die Volkstanz-Gruppe verfügt über eine ausgezeichnete Reputation und repräsentiert den Verein bei zahlreichen Anlässen - sowohl bei den deutschen Wandertagen als auch bei den Landesfesten des Albvereins. Der Volkstanzgruppe von Dr. Ellsässer gehören über 50 Mitglieder an, darunter ein Drittel Kinder und Jugendliche. Zu den Aktivitäten zählen Volkstanz, Fahnenschwingen, Musizieren, Singen und Brauchtumspflege. Das besondere Augenmerk von Dr. Karl-Heinz Elsässer gilt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er fördert ein Projekt des Schwäbischen Albvereins, in dem neue Tanzleiter für Jugendgruppen qualifiziert werden. Zusätzlich setzt er sich im Bereich der Brauchtumspflege für die Hohenlohische Tracht und den Hohenlohischen "Vorsitz", die traditionelle Feier nach der Ernte, ein.

Heinrich Gebhardt (Jahrgang 1940) war von 1958 bis 1980 aktives Vereinsmitglied im Trachtenverein Ulm, von 1980 bis 1992 im Trachtenverein Ehingen und ist seit 1992 aktives Mitglied im Trachtenverein Pfronstetten. In diesen Vereinen war er zehn Jahre lang entweder 1. oder 2. Vorstand. 30 Jahre übte er die Tätigkeit als 2. Vorplattler aus. Zusätzlich hat er sich als Jugendleiter und Musikleiter engagiert. Seit 1980 ist er Leiter der Laichinger Stubenmusik und von 1984 bis 1993 war er Tanzleiter der Volkstanzgruppe Feldstetten. Von 1979 bis 1985 hatte er die Vorstandsposition im Donau-Blau-Gau inne. Seit 1969 ist Herr Gebhardt zudem als Naturschutzwart und Wanderführer im Schwäbischen Albverein tätig. Seit 15 Jahren hält er Dia-Vorträge über heimische Vögel und Schmetterlinge und berichtet über naturnahe Gärten. Zusätzlich bietet er als Vogelkundler spezielle Vogelführungen und naturkundliche Führungen an. Er war von 1968 bis 2006 Mitglied im NABU. Dabei übernahm er die Nistkastenkontrolle und fertigte Aufzeichnungen über das Artenvorkommen an. Zudem verfügt er über eine umfangreiche Sammlung von Bäckerutensilien aus dem vergangenen Jahrhundert, die in seinem Haus zu besichtigen ist.

Gottfried Gutmann, (Jahrgang 1942) trat 1973 in die Historische Bürgerwehr Unterharmersbach ein, die auch über einen Spielmannszug und eine Trachtengruppe verfügt. Seit 1986 ist er Hauptmann und seit 1999 Vorsitzender der historischen Wehr. Stets versteht er es, die aktiven Mitglieder für Heimat und Brauchtum zu begeistern. Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der aktiven Mitglieder und der öffentlichen Auftritte stark an. Seit 2003 leitet Herr Gutmann mit Engagement das Heimatmuseum "Fürstenberger Hof". Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass sich die jährlichen Besucherzahlen verdoppelt haben. Dies ist auch Ergebnis zahlreicher Sonderausstellungen, die er organisiert hat. Als Kenner des bäuerlichen Brauchtums und der heimischen Landwirtschaft fasziniert Herr Gutmann die Besucher immer wieder aufs Neue bei seinen Führungen.

Dr. Wolf-Dieter Hepach (Jahrgang 1939) ist langjähriger Vorsitzender der Ulmer Museumsgesellschaft, des ältesten, 1789 gegründeten Vereins der Stadt Ulm und setzt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Erforschung und Vermittlung historischer Themen mit lokalem Bezug ein. So war er Mitinitiator des Arbeitskreises "Schule und Archiv". Darüber hinaus engagiert er sich immer noch als Schriftführer des Vereins Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben sowie seit 1994 als stellvertretender Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft Ulm. In zahlreichen Veröffentlichungen hat Dr. Hepach über seine Heimat geschrieben. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Ulm im Königreich Württemberg 1810-1848. Wirtschaftliche, soziale und politische Aspekte" (1973) oder die Festschrift "Die Universität Ulm. Lebendige Tradition - neue Horizonte" zum 40-jährigen Jubiläum der Hochschule.

Rupert Leser (Jahrgang 1933) versteht sich als "Bildberichter", denn seine Bilder wirken wie wortstarke Berichte und Erzählungen. Dabei beschäftigt er sich im schwäbischen Raum mit Landschaften, Menschen und Heimatkultur. Diese festgehaltenen Augenblicke ermöglichen eine ganz eigene Betrachtungsweise der Heimat. Beispiele dafür sind die Bilder "Zwiegespräch in einem Altenheim in Friedrichshafen in den Neunziger Jahren" oder auch "Flammenmeer, der Bodensee am Abend". Für den Heimat- und Museumsverein Bad Waldsee hat sich Rupert Leser als langjähriger Vorsitzender ehrenamtlich engagiert und vieles initiiert. Er hat sich um das örtliche Heimatmuseum und die dortigen Ausstellungen, die hauptsächlich die Heimatgeschichte zum Mittelpunkt haben, verdient gemacht. Beispielhaft hierfür sind die Ausstellungen "Himmlische Flugpioniere – Engel in Oberschwaben", "Waldseer Fasnet – ein AHA-Erlebnis" und "Den Zeitgeist aufgespießt". Menschen wie Rupert Leser tragen dazu bei, dass die Bürgerinnen und Bürger die kulturellen und historischen Werte des Landes wahrnehmen, erkennen und schätzen lernen.

Bernhard Heinrich Lott (Jahrgang 1950) hat in vielen Veröffentlichungen sowie in Rundfunk- und Fernsehsendungen über seine eigene Heimat geschrieben und gesprochen. Insbesondere pflegte Bernhard Lott die heimische Mundart. In seinen Geschichten hat er volkstümliche Themen aufgegriffen, die nachdenklich stimmten. In seinen Geschichten haben viele Hörer und Leser ihre eigene Heimat wiedererkannt. Die Beiträge erinnern in mancherlei Hinsicht an Johann Peter Hebels "Kalendergeschichten". Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit bilden drei Bände über die Landschaft der Jagst, des Kochers und der Tauber. Die Publikationen enthalten außer der Beschreibung der Orte, faktenreiche Skizzen sowie geschichtliche, wirtschaftliche und naturkundliche Informationen. Die Bücher vermitteln dem Leser, ebenso wie der früher erschienene Band über Lotts Geburtsort Neudenau, ein sehr anschauliches Bild der Landschaft, in der Bernhard Lott aufgewachsen ist und die ihm am Herzen lag. Da Herr Lott verstorben ist, wird ihm die Heimatmedaille posthum verliehen.

Dr. Erhard Richter (Jahrgang 1927) hat sich nicht nur durch etliche heimatgeschichtliche Publikationen verdient gemacht, sondern engagierte sich auch ehrenamtlich in zahlreichen Vereinigungen. Im heutigen "Geschichtsverein Markgräfler Land e.V.", einer heimatgeschichtlichen Vereinigung, war er ab 1969 Zweiter Vorsitzender und ab 1990 Erster Vorsitzender. Seit 1972 ist Dr. Erhard Richter zudem ehrenamtlicher Beauftragter für Denkmalpflege im Landkreis Lörrach. In dieser Funktion und als Leiter der Arbeitsgruppe Archäologie im Grenzach-Wyhlener Verein für Heimatgeschichte leitete er seit 1981 am Hochrhein und im Wiesental an 16 Fundplätzen die Ausgrabung von römischen Gebäuden. Sein besonderes Interesse galt der Flurnamen-Forschung. Bereits 1962 veröffentlichte er "Die Flurnamen von Wyhlen und Grenzach in ihrer sprachlichen, siedlungsgeschichtlichen und volkskundlichen Bedeutung". Besonders zu erwähnen ist sein Engagement um die 1966 ins Leben gerufenen Burgfestspiele Rötteln, die er als langjähriger Schauspielleiter begleitet hat.

Johannes Weissbarth (Jahrgang 1933) engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Verbands-arbeit. Seit 1978 ist er Vorsitzender des Kreisverbandes Biberach des Bundes der Vertriebenen e.V. und damit Koordinator der vereinigten Landsmannschaften. Dabei gilt sein besonderes Bemühen dem kulturellen und heimatpolitischen Erbe aller Vertriebenen und der Pflege des Brauchtums. Er setzte sich für die Spätaussiedler und deren Integration im Landkreis Biberach ein. In seiner Landsmannschaft der Donauschwaben hat er sich durch seine Leistungen große Achtung und Anerkennung erworben. Zu erwähnen ist auch sein karitatives Engagement im Deutschen Orden.

Manfred Wolf (Jahrgang 1950) ist seit 30 Jahren als Sänger und Pressereferent in der Chormusik tätig. Seit 1973 betreut er auch die heimatgeschichtliche Sammlung seiner Gemeinde. Er hat über 50 Blätter zu heimatgeschichtlichen Themen veröffentlicht und bei Publikationen zur Geschichte Michelfelds und Gnadentals mitgewirkt. Als engagiertes Mitglied im Historischen Verein für Württembergische Franken erarbeitete er einen Mühlenatlas. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt Manfred Wolf besonders am Herzen. Er bringt ihnen durch seine Ausstellungen und Diavorträge ihre Heimat näher. Dabei fördert er das Verständnis für die eigenen Wurzeln. Eine der großen Leidenschaften von Manfred Wolf ist die Fotografie. Er sammelt nicht nur alte Aufnahmen und präsentiert diese in Ausstellungen der Öffentlichkeit, sondern zählt auch zu den preisgekrönten Fotografen seiner Heimat.

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