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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE: Stächele soll seine Hausaufgaben machen

Landesbezirk Südbaden / Freiburg, 15.09.2008

Finanzminister Willi Stächele soll zuerst einmal seine Hausaufgaben machen, bevor er meint, er müsse erneut die leidige und ungerechtfertigte Diskussion um die Arbeitszeit der Lehrkräfte neu entfachen. Der Sprecher des des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Südbaden, Josef Klein (Rickenbach), gibt sich irritiert über Widersprüche. Gerade nach der Ära Schavan habe Kultusminister Helmut Rau erkannt, dass Lehrer gute, wichtige und notwendige Arbeit leisten. Erst vor einer Woche hat Rau im Schulleiterbrief zum Schuljahresanfang die Lehrkräfte gelobt. Dass nun der Finanzminister aus fiskalischen Gründen durch eine müßige Diskussion Öl ind Feuer gieße, stoße auf völliges Unverständnis des VBE.

Klein forderte Stächele auf, zuerst einmal vor der eigenen Tür zu kehren. Neben allen ebenfalls in der Öffentlichkeit diskutierten Einschnitten im öffentlichen Dienst warten Lehrkräfte teilweise seit über zehn (!) Jahren auf die ihnen zustehende Beförderung. Weder Stächele, noch sein Vorgänger Stratthaus waren bisher in der Lage, die Benachteiligung der besonders belasteten Fachlehrer (höheres Deputat, weniger Gehalt) abzubauen.

Dass das Land wie selbstverständlich voraussetze, dass Lehrkräfte ihre Privat-Pkws für Dienstfahrten zur Verfügung stellen, werde ebenfalls weitgehend als Gewohnheitsrecht angesehen. Das müsse aber nicht automatisch und immer so sein, ist Klein überzeugt. Landeseigene Dienstwagen würden die Landeskasse weit mehr belasten.

Moralisch verwerflich sei ebenso, dass die Lehrereinstellung im Beamtenverhältnis am Anfang eines Schuljahres künstlich knapp gehalten werde, damit man im Nachklapp Angestellte mit geringerem Gehalt einstellen könne. Wenn aber Lehrkräfte des Landes gleiche Rechte und Pflichten hätten, lasse sich ein unterschiedliches Besschäftigungsverhältnis nicht erklären, moniert der VBE.

An diesen drei exemplarischen Beispielen, so Josef Klein, könnten auch Außenstehende gut erkennen, dass Stächele sich jetzt endlich auf seine Hausaufgaben konzentrieren müsse, damit er die Unzufriedenheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht noch mehr schürt.


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