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Presseerklärung zur gemeinsamen Initiative der unionsgeführten Länder für eine Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bildung

Mehr zu: Deutschland, Fachkräftebedarf, MINT-Fächer, Naturwissenschaften, Saarland, Unterrichtsgestaltung, Weiterbildung, Kindergarten / Vorschule, Hochschule, Schule
Berlin, 15.09.2008 -

Kultusministerin und KMK-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland) hat heute gemeinsam mit ihren Kollegen aus Sachsen, Minister Prof. Dr. Roland Wöller, und Thüringen, Minister Bernward Müller, Handlungsstrategien für eine gemeinsame Initiative der unionsgeführten Länder für einen Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bildung (MINT) vorgestellt.

Übereinstimmend erklärten die drei Kultusminister in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin, sich zu einer umfassenden mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bildung zu bekennen. Exzellente Naturwissenschaftler, Ingenieure und Techniker sind die Basis für eine technologisch leistungsfähige und innovationsstarke Wirtschaft in Deutschland. Diese Basis auch künftig zu sichern, erfordere, das Interesse an Naturwissenschaft und Technik frühzeitig zu wecken und kontinuierlich zu fördern. Es müssen sich noch mehr Schülerinnen und Schüler für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung oder ein Studium entscheiden. Außerdem soll die Abbrecherquote bei diesen Fächern weiter gesenkt werden, erklärten Müller, Wöller und Kramp-Karrenbauer.

Kramp-Karrenbauer erinnerte in diesem Zusammenhang, dass die Kultusmi-nisterkonferenz sich wiederholt mit der Weiterentwicklung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts auseinandergesetzt habe, mit dem Ziel der Verbesserung der mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen. Dabei habe die KMK in der Vergangenheit einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Entwicklung und Einführung von bundesweit geltenden Bildungsstandards gelegt. Mit der Entwicklung dieser Bildungsstandards sei es gelungen, umsetzbare Versionen anspruchsvoller Bildungsziele in Form von Kompetenzen zu beschreiben. Gegenwärtig gehe es vor allem darum, vorhandene Konzepte zur Realisierung dieser Ziele zu verwirklichen und weiterzuentwickeln, so die Ministerin.

Sachsens Kultusminister Roland Wöller verweist auf die gute Erfahrung, die der Freistaat bereits gemacht hat. "Bereits heute beträgt der Anteil der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) am Gesamt-unterricht in allen Schularten über 30 Prozent. Sachsen hat zudem seit dem Schuljahr 2008/09 als einziges Bundesland eine verpflichtende Belegung der drei Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie in der gymnasialen Oberstufe festgeschrieben", sagte Wöller in Berlin.

Thüringens Kultusminister Bernward Müller betonte, dass angesichts des absehbaren Fachkräftemangels in ganz Deutschland Initiativen im MINT-Bereich gefragt sind. "Wir müssen in den Schulen und bereits davor gezielt das Interesse der Kinder und Jugendlichen wecken. Nur dann werden wir es schaffen, die für unsere Volkswirtschaft nötigen Fachkräfte auszubilden und international konkurrenzfähig zu bleiben."

Als erstes Ergebnis der Initiative haben die drei Länder zunächst Strategien für acht Handlungsfelder vereinbart:

  • Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Naturwissenschaft und Technik in ihren humanen, ökonomischen und ökologischen Ressourcen
  • Aktivitäten zur Frühförderung von naturwissenschaftlich-technischen Interessen unter Einbeziehung der vorschulischen Bildungsarbeit
  • Innovationen in der didaktisch-methodischen Unterrichtsgestaltung der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik
  • Vernetzung der Breiten- und Begabtenförderung unter Berücksichtigung der Geschlechterspezifik sowie einer erweiterten Nutzung von inner- und außerschulischen Angeboten
  • Steigerung der Effizienz der Berufs- und Studienorientierung
  • Sicherung von stabilen personellen und sächlichen Rahmenbedingungen für den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht
  • Initiativen zur Lehrkräftegewinnung für das Lehramt sowie neue Akzentsetzungen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Ausbau vorhandener Kooperationsmodelle zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft

Die Globalisierung hat längst einen Wettbewerb um Wissensressourcen und die Träger von Qualifikationen entfacht, dem nur erfolgreich entsprochen werden kann, wenn an die Qualität des Bildungssystems höchste Ansprüche gestellt werden. Dies gelte in besonderer Weise für den Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bildung, erklärten Kramp-Karrenbauer, Wöller und Müller abschließend.

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