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Berlin benachteiligt Realschüler

Zöllner-Modell produziert eklatante Ungerechtigkeiten.

Mehr zu: Berlin, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Gemeinschaftsschule, Realschule
Berlin, 28.09.2008 -

Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) will Haupt- und Realschulen ab 2010 zusammenlegen. Diesen Marsch in Richtung Einheitsschule will er dem (Wahl-)Volk mit dem Argument höherer Chancengleichheit unterjubeln. Doch statt mehr Bildungsgerechtigkeit produziert Zöllner eklatante Ungerechtigkeit, kritisiert der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR).

Denn angehende Gymnasiasten dürfen wahlweise nach der vierten oder sechsten Klasse aufs Gymnasium wechseln. Für den Rest bleibt die neue Einheitsschule. Die zweite Alternative – zumindest für betuchtere Familien – sind Privatschulen, die unter diesen Voraussetzungen einen Boom erleben dürften. "Das Berliner Modell benachteiligt Realschüler, deren Bildungsperspektiven erheblich eingeengt werden", erklärt VDR-Vorsitzender Albert Obert.

"Es ist aus Sicht des VDR höchst fragwürdig, dass sich Berlin angesichts seiner desolaten Finanzlage an einen so unausgegorenen Umbau des Schulsystems wagen will. Sinnvoller, billiger und aussichtsreicher wäre es, das bestehende System besser und effizienter zu machen", unterstreicht Obert. "Wer die Unterrichtsqualität verbessert, differenzierte Schulprofile ermöglicht und alle Kinder stärker individuell fördert, erreicht weit höhere Qualität als durch unnötige Strukturänderungen."

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