"Der Ruf nach mehr elektronischer Sicherheit durch Überwachungskameras an den Schulen ist zwar verständlich, aber nicht der richtige Weg", sagt der Landesvorsitzende Rudolf Karg vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg anlässlich des Wirbels um die Videoüberwachung Mannheimer Schulen. Besser als "Big Brother" sei ein zuverlässiger Hausmeister, der möglichst noch in oder bei der Schule wohnen könne und vor Ort präsent sei, so Karg.
"Hausmeister, die für technische Hilfeleistungen und die vielen kleinen und doch wichtigen Dinge des Schulalltags unverzichtbar sind, werden durch immer mehr Schulträger zur aussterbenden Spezies gemacht", beklagt der VBE-Chef die Situation etlicher Schulen.
Vor allen an kleineren Schulen müsse der Rektor, der oft nicht einmal einen Stellvertreter habe, die Aufgaben des Hausmeisters und der Schulsekretärin in Personalunion wahrnehmen. Weil der Schulleiter nach Maßgabe des amtlichen Organisationserlasses selbst sehr viel Unterricht halten muss (Bezugsgröße für Anrechnungsstunden ist die Anzahl der Klassen pro Schule), hat er immer weniger Zeit, sich um seine originären Aufgaben zu kümmern. Der VBE begrüßt daher ausdrücklich, dass Rektoren künftig eine weitere Entlastungsstunde bekommen sollen.
Wegen fehlender Hausmeister, Sekretärinnen und Rektoren, die in Klassenzimmern viel Unterricht halten müssen, sind Schulgebäude über viele Stunden des Tages ohne Kontrolle oder Ansprechpartner für Besucher.
Schulgebäude können nicht wie "Hochsicherheitstrakte" überwacht werden. Damit Schulen wieder mehr Geborgenheit ausstrahlen und auch den Schutz der Lernenden besser gewähren können, brauchen sie nicht nur ein überzeugendes pädagogisches Konzept, sondern auch eine durch einen präsenten Hausmeister.