Acht aktuelle Preisträgerinnen und Preisträger von Jugend forscht präsentieren ab morgen ihre innovativen Projekte auf der Biotechnica. Europas größte Biotechnologiemesse findet vom 7. bis 9. Oktober 2008 in Hannover statt. Die Arbeiten der Nachwuchswissenschaftler werden im Rahmen des Schülerprogramms "BioTech4U" in Halle 8 der Deutschen Messe gezeigt. Neben Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft erwarten die Veranstalter rund 1500 Schüler aus ganz Deutschland, die sich vor Ort über Studiengänge, Berufsbilder und Karrierechancen in der Biotechnologie informieren können.
Sebastian Spohner (21) von der Goethe-Universität und Alexej Grjasnow (20) von der Max-Beckmann-Schule in Frankfurt am Main präsentieren in Hannover ihr Projekt, mit dem sie im Mai 2008 beim 43. Bundeswettbewerb Jugend forscht den 4. Preis in Chemie gewannen. Die beiden nutzen Joghurt als klimafreundliche Stromquelle. Sie entwickelten eine biologische Brennstoffzelle, die ihre Energie aus Joghurtbakterien bezieht. Ihre Joghurt-Brennstoffzelle ist acht Mal leistungsfähiger als übliche Bio-Brennstoffzellen und liefert genügend Energie, um einen kleinen Propeller anzutreiben.
Eine spezielle Computersoftware programmierte Christopher Becker (15) vom Peter-Petersen-Gymnasium in Mannheim. Mit dieser lässt sich die Wirksamkeit von Antibiotika überprüfen. Mittels moderner Bildverarbeitungsverfahren erkennt das Programm automatisch, wo genau auf Nährböden Bakterien gedeihen und an welchen Stellen sie zugrunde gehen. Für mikrobiologische Labors bedeutet das eine spürbare Arbeitserleichterung – komplizierte, zeitaufwendige Berechnungen werden so überflüssig. Beim Bundesfinale 2008 errang der Jungforscher den 5. Preis im Fach Mathematik/Informatik.
Mit der verbesserten Herstellung sogenannter Silica-Aerogele befassten sich Christian Georg Wehrberger (18), Ilian Eilmes (20) und Philipp Nguyen (18) vom PhysikClub Kassel in ihrem Projekt. Aerogele sind hoch poröse Feststoffe, die zum Beispiel für hoch leistungsfähige Kondensatoren als transparenter Wärme- und Schalldämmstoff genutzt werden können. Die Gewinner eines Sonderpreises beim diesjährigen Bundeswettbewerb forschten zudem nach weiteren Einsatzmöglichkeiten im akustischen Bereich.
Janina Isabell Otto und Gesine Marie Scharf vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Garbsen sind auf der Messe mit einem Forschungsprojekt vertreten, für das sie dieses Jahr in Niedersachsen mit dem Landessieg in der Biologie ausgezeichnet wurden. Die 18-Jährigen fragten sich, ob menschliche Zellen auf einem Gerüst aus Spinnenseide wachsen. Ihre Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine In-vitro-Züchtung von strukturell einfachen Organteilen wie etwa Herzklappen oder Arterien auf der Basis von Spinnenseide künftig eine Alternative zu Spenderorganen darstellen könnte.