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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE vermutet: Wer die Hauptschule stärken will, damit sie erhalten bleibt, hat meist nur Angst vor deren Schülern

Stuttgart, 16.10.2008

Der Landesschülerbeirat habe in seiner Äußerung zur Mehrgliedrigkeit des Schulwesens einige gute Argumente zur Weiterentwicklung der Schulen ge­geben. Trotzdem sei die Angst der Gymnasiasten vor den Hauptschülern deutlich herauszuspüren, so der Sprecher des Verbandes Bildung und Er­ziehung (VBE) Baden-Württemberg.

In die Realschule oder auf das Gymnasium darf man, auf die Hauptschule muss man gehen. Im Gymnasium bekommt man eine solide Allgemeinbildung vermit­telt, in der Realschule eher die "Light-Version". Hauptschülern traut man nicht einmal mehr eine "Ultralight-Bildung" zu. Während es für den gesellschaftli­chen Status eines Schülers ziemlich zweitrangig ist, ob er ein naturwissenschaft­liches oder sprachlich orientiertes Gymnasium besucht, ist es ein gewaltiger Un­terschied, ob sich ein Jugendlicher als Gymnasiast oder Hauptschüler outet.

Während die Namen frisch gebackener Abiturienten beinahe im Stil einer "Hel­dengedenktafel" in der Lokalpresse präsentiert werden, fragt sich der Leiter der örtlichen Hauptschule, ob es nicht vielleicht sogar diskriminierend sei, wenn er die erfolgreichen Absolventen der Abschlussklassen öffentlich bekannt gibt.

Solange gescheiterte Gymnasiasten oder Realschüler zur Hauptschule weiter ge­reicht werden nach dem Motto "Wenigstens das werden sie ja noch schaffen!", kann diese Schulart weder eigenständig noch erfolgreich sein. Nicht ohne Grund erscheint die Hauptschule heute manchem als soziales Auffangnetz für geschei­terte Existenzen, während sie früher dem motivierten Schüler das solide Funda­ment für einen späteren Aufstieg zum Meister ermöglicht hat.

Vor allem Eltern, Lehrer und Standesorganisationen der beiden anderen weiter­führenden Schularten kämpfen vehement gegen die Auflösung der Hauptschule, da sie - sicher nicht ganz unberechtigt - eine Verlagerung der Probleme in ihre noch scheinbar heile Schulwelt fürchten, die aber auch schon lange keine Insel der Seligen mehr ist. Schulentwicklung könne man nur mit allen Schulen zusam­men und nicht gegen eine Schulart betreiben, so der VBE-Sprecher.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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