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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Auch der VBE wünscht sich mehr Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen

Stuttgart, 20.10.2008

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt die kritischen Äußerungen von Ministerpräsident Günther Oettinger zum Medienkonsumverhalten Kinder und Jugendlicher und unterstützt ihn in seinem Bemühen, neue Medien nicht grundsätzlich zu verteufeln, sondern sinnvoll anzuwenden. Der mündige Bürger soll den Fernsehapparat beherr­schen, nicht der Bildschirm den Zuschauer. Für diesen nicht ganz einfachen Lernprozess benöti­gen Schüler die Anleitung von Elternhaus und Schule.

"Warum investieren Firmen so viel Geld in die TV-Werbung, wenn Fern­sehen an­geblich so wenig Einfluss auf die Zuschauer ausübt, wie immer gern behaup­tet wird?"­, fragt VBE-Chef Rudolf Karg. "Kinder und Jugendliche bekommen über den Bildschirm die ganze Welt ins Haus geliefert, können aber immer we­niger mit Worten ausdrücken, was sie gesehen haben." Sprachentwick­lungs­stö­rungen bei Vorschul- und Grundschulkinder haben in erschreckendem Maße zu­genommen. "Wie sol­len Kinder in der Schule kleine ausgedachte oder erlebte Geschichten auf­schreiben, wenn ihnen dafür die Worte fehlen?", fragt der VBE-Chef.

Sinn des Fernsehens sei es auch nicht, Kinder "ruhig zu stellen"; der Bildschirm sei ein schlechter Elternersatz und schon gar kein Babysitter.

Der VBE appelliert an alle Erziehungsberechtigten, vor allem jüngere Kinder vor dem Bild­schirm nicht allein zu lassen und Sendungen auch mit älteren ge­meinsam auszusu­chen. Medienkompetenz könne sich erst durch Nach­denken und Sprechen über das Gesehene entwickeln.

Dem Lehrerverband liegt es fern, die modernen Medien zu verteufeln, denn der gezielte und wohl dosierte Einsatz von Fernsehen und Computer sei durchaus positiv für die Entwicklung der Schüler. Doch nicht jede Sendung, die den Stempel "Kinderfernsehen" trage, verdiene dieses Prädikat.

Wenn Kinder zu oft und zu lange vor dem Fernsehapparat sitzen, verbleibt zu wenig Zeit, die Umwelt auf eigene Faust zu erkunden, beklagt der VBE.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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