"Initiative Oberschule"
Mehr zu: Brandenburg, Europa, Fachhochschule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Lehrerbildung, Oberschule, Partizipation, Schülerfirma, Schulprojekte, Training, Übergang zur Berufsausbildung, Schule, WeiterbildungFür das IOS-Programm stehen den rund 140 Oberschulen bis zum Jahr 2013 rund 25 Millionen Euro zur Verfügung
Für das gesamte Programm "Initiative Oberschule" (IOS) stehen den rund 140 Oberschulen sowie den Gesamtschulen, die in absehbarer Zeit in Oberschulen umgewandelt werden, von 2007 bis 2013 rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Knapp 19 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und sechs Millionen Euro aus Landesmitteln. Ergänzend können für IOS-Schulprojekte zur vertiefenden Berufsorientierung Mittel der Bundesagentur für Arbeit eingesetzt werden. Mit den Mitteln sollen die Schulen in Ergänzung zum Unterricht eigene Konzepte entwickeln, um den Schülerinnen und Schülern bessere Schulabschlüse zu ermöglichen, ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern und soziale Schlüsselkompetenzen zu erwerben. Dazu erhalten die Schulen professionelle Unter¬stützung durch die drei IOS-Regionalpartner des Bildungsministeriums sowie durch den "Projektverbund Praxislernen in IOS", dem Verein "Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg" und der Landeskooperationsstelle Schule und Jugendhilfe des "Projektverbunds kobra.net – Kooperation in Brandenburg". Eine weitere Unterstützung bieten die fünf regionalen Agenturen für Arbeit im Land Brandenburg. Im Jahr 2010 Jahr wird das Programm evaluiert, danach wird die weitere Programmgestaltung festgelegt.
Welche Maßnahmen können die Oberschulen anbieten?
Die Schulen erhalten eine jährliche finanzielle Zuweisung entsprechend ihrer Schülerzahl und finanzieren damit Maßnahmen, die sie auf der Grundlage ihres spezifischen Bedarfs selbst entwickeln. Dabei können sie unterschiedliche Angebote zur Berufsorientierung wie das Praxislernen, zur Stärkung von Bildung und Erziehung oder zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen erarbeiten. Zudem können die Schulen auch Beratungsangebote und Angebote zur Lehrkräftefortbildung in Anspruch nehmen. Die schulischen Konzepte sollten mindestens auf ein Schuljahr ausgerichtet sein. Die Oberschulen können u.a.
- Angebote zum Praxislernen ausbauen: Praxislernen soll Schülerinnen und Schülern berufspraktische Erfahrungen ermöglichen und findet in der Regel an außerschulischen Lernorten statt. Dies können etwa Betriebe, Unternehmen, öffentliche Institutionen und Einrichtungen, überregionale Ausbildungszentren, Fachhochschulen oder auch Schülerfirmen sein.
-Projekte zur Berufsorientierung initiieren: Schulen können ihren Schülerinnen und Schülern Projekte zur vertieften Berufsorientierung anbieten. Schülergruppen oder Schulklassen können zudem Berufsorientierungs- und Bewerbungstrainings in Jugendbildungsstätten absolvieren. Es besteht auch die Möglichkeit, Schülergruppen in Feriencamps schulisch und sozialpädagogisch gezielt zu fördern.
- Service-Lernen anbieten: Service-Lernen ist ein pädagogisches Programm, bei dem Schülerinnen und Schüler durch aktive Beteiligung an sozialen, karitativen oder ökologischen Projekten außerhalb der Schule lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich zu entwickeln. Denkbar sind beispielsweise Praktika in Altenpflege- und Behindertenheimen, Unterrichtsprojekte zur Analyse von Umweltbedingungen oder Arbeitsgemeinschaften zur Gestaltung von Stadtteil- oder Gemeindefesten.
- mit Jugendbildungsstätten zusammenarbeiten: Schülergruppen oder Schulklassen können Berufsorientierungs- und Bewerbungstrainings in Jugendbildungsstätten absolvieren. Es besteht auch die Möglichkeit, Schülergruppen in Feriencamps schulisch und sozialpädagogisch gezielt zu fördern.
- den Erwerb von Schlüsselkompetenzen fördern: Die Schulen können die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit externen Partnern gezielt fördern, etwa durch die Entwicklung von Sozial- und Selbstkompetenz, durch Partizipations- und Verantwortungsübernahme, durch Trainingsprogramme zur Gewaltprävention, durch sozialpädagogische Unterstützung für Schülergruppen oder Jahrgangsstufen oder durch die Unterstützung der Entwicklung von Schülerclubs und Schülerfirmen.
- ihre Lehrkräfte qualifizieren: Die Oberschulen können ihre Lehrerkräfte oder ganze Kollegien fortbilden, etwa zu den Themenfeldern "Praxislernen" oder "außerunterrichtliche Bildungs- und Erziehungsangebote".
Gelungene IOS-Projektbeispiele sind auf Nachfrage bei der Pressestelle des Bildungsministeriums erhältlich.
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