Deutscher Hochschulverband (DHV)
"Vorfahrt für Bildung und Wissenschaft!"
Hochschulallianz zum Bildungsgipfel von Bund und Ländern
Mehr zu: Bildungsgipfel, Deutschland, Mittelbau, Hochschule"Es ist richtig und gut, dass die Regierungschefs von Bund und Ländern mit dem Bildungsgipfel Bildung zur Chefsache erheben", erklärt die Hochschulallianz. "Schöne Worte über die zukunftsweisende Bedeutung von Bildung und Wissenschaft gibt es aber landauf und landab zur Genüge. Als unmittelbar Betroffene wollen wir endlich Taten sehen." Den Hochschulen stehe "das Wasser bis zum Hals". Das Gros der Hochschulgebäude sei sanierungsbedürftig: "In vielen Einrichtungen zieht, bröckelt, tropft oder schimmelt es", so die Hochschulallianz.
In einigen Flächenländern wird der Investitionsbedarf auf sechs Milliarden Euro für den Hochschulbau beziffert. Doch damit nicht genug: Zuletzt habe auch der Wissenschaftsrat darauf hingewiesen, dass die katastrophalen Betreuungsrelationen, die sich in Massenfächern der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Schnitt auf 109 Studierende pro Professor beliefen, zu massiven Qualitätseinbußen in der Lehre führten. Bei der Kalkulation von zusätzlich erforderlichen 1,1 Milliarden Euro pro Jahr sei der erwartete Studierendenanstieg unverständlicherweise jedoch nicht berücksichtigt worden. "Die 2,6 Milliarden Euro, die die Hochschulrektorenkonferenz demgegenüber veranschlagt, sind viel näher an der Realität", erklärt die Hochschulallianz. Dabei seien weitere 400 Millionen Euro für dringend benötigten studentischen Wohnraum noch nicht eingerechnet.
"Von einer ,Bildungsrepublik Deutschland´ sind wir noch weit entfernt, solange die Gesamtausgaben für Bildung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt sinken", betont die Hochschulallianz. Der Anteil für Bildungsausgaben, der 1995 bei 6,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes lag, sei 2006 auf 6,2 Prozent gefallen. "Ohne eine mit Herz und Verstand geführte Prioritätendebatte über die Staatsausgaben ist die erforderliche Kursänderung nicht in Sicht. Der Bildungsgipfel bietet das publikumswirksame Forum für den überfälligen Diskurs", erklärt die Hochschulallianz. "Das Geld, das jedes Jahr in großen Summen vom Steuerzahler an den Staat fließt, muss zielgerichteter ausgegeben werden. Was ist mehr wert als Bildung und Wissenschaft? Wollen wir mit Anti-Stau-Programmen den Straßenbau fördern oder lösen wir den Innovationsstau an den Hochschulen auf? Bringen wir erhebliche Subventionsbeiträge für veraltete oder nicht wettbewerbsfähige Wirtschaftssparten auf oder erhöhen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Studenten?"
Die Hochschulallianz will auf diese Fragen klare Antworten und fordert: "Bildung und Wissenschaft müssen Vorfahrt vor konkurrierenden Aufgaben haben. Bildungsinvestitionen lohnen sich: Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln werden die von den zusätzlichen Absolventen erbrachten Steuermehreinnahmen die erforderlichen Investitionen in Hochschulen um ein Mehrfaches übertreffen."
Die Hochschulallianz ist der Zusammenschluss der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden sowie Service- und Beratungsinstitutionen für Studierende. Ihr gehören an:
- der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
- der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
- Thesis – Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.
- die Bundesvertretung Akademischer Mittelbau (BAM)
- der Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)
- der Hochschullehrerbund (hlb)
- die Deutsche Gesellschaft Juniorprofessur e.V.
- der Deutsche Hochschulverband (DHV)
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