Deutsches Studentenwerk
Bildungsgipfel: Deutsches Studentenwerk (DSW) fordert gemeinsames Handeln von Bund und Ländern für mehr Chancengleichheit
·DSW-Präsident Rolf Dobischt: "Ausreichend Studienplätze, starkes BAföG, keine Studiengebühren, weniger Numeri clausi"
Mehr zu: BAföG, Bildungsgipfel, Deutschland, Hochschulpakt, Hochschulzugang, Studiengebühren, Vergütung, Hochschule"Bund und Länder müssen gemeinsam die Chance ergreifen, endlich das deutsche Hochschulsystem sozial zu öffnen. Wir leben vom Rohstoff Bildung, aber er ist sozial extrem ungleich verteilt. Das ist beschämend für eine Demokratie. Die soziale Herkunft darf nicht länger darüber entscheiden, ob jemand studiert oder nicht." Mit diesen Worten appellierte Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), an Bund und Länder, auf ihrem gemeinsamen Bildungsgipfel am Mittwoch konkrete Schritte für mehr soziale Durchlässigkeit ins Hochschulstudium zu verabreden.
Auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin plädierte Dobischat für "massive Investitionen in Hochschulen und Studentenwerke". Er sagte: "Die Wissensgesellschaft ist nicht umsonst zu haben. Die Bildungsrepublik Deutschland verlangt nach Investitionen in die Bildung. Wer ernsthaft mehr Studierende und Absolventen will, muss viel mehr investieren - in ausreichend Studienplätze, aber auch in die studienbegleitenden Service- und Beratungsangebote der Studentenwerke".
Hochschulbildung werde heute regelrecht von Akademiker-Generation zu Akademiker-Generation weitervererbt, kritisierte Dobischat. "Wenn wir mehr junge Menschen und deren Eltern für ein Studium mobilisieren wollen, dann müssen wir einkommensschwächere, hochschulferne Familien ansprechen. Für sie ist eine starke staatliche Studienfinanzierung wie das BAföG ein starkes Argument für ein Studium. Bund und Länder haben mit dem BAföG ein Schlüsselinstrument in der Hand, um ihre bildungspolitischen Ziele zu erreichen. Sie sollten es hegen, pflegen und regelmäßig erhöhen", forderte Dobischat.
Das Studium in Deutschland müsse für alle attraktiver werden, so Dobischat. "Im Vergleich zum Jahr 2003 gab es 2007 zwar 17% mehr junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife, aber gleichzeitig sank die Zahl der Studienanfänger um 5%. Immer mehr junge Menschen mit einer Hochschulzugangsberechtigung nehmen kein Studium auf, weil vor allem finanzielle und Herkunftsgründe sie davon abhalten. Das ist ein Besorgnis erregender Trend", sagte der DSW-Präsident. Bund und Länder müssten soziale Barrieren beim Hochschulzugang abbauen. "Dazu gehört für mich: Ausreichend Studienplätze, keine Studiengebühren, weniger Numeri clausi", so Dobischat.
Er appellierte an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung von Bund und Ländern: "Wir erspielen die Zukunftschancen unserer Kinder, wir verspielen unsere Wirtschaftskraft und unseren Reichtum, wenn wir nicht endlich für mehr soziale Gerechtigkeit an unseren Hochschulen sorgen".
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