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Bernd Saur: "Ein Wegfall der Benotung schmälert den Stellenwert von Vergleichsarbeiten nicht!"

Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zur geplanten Neuregelung der Vergleichsarbeiten

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungspläne, Gymnasium, Vergleichsarbeiten, Zeugnis, Schule
Stuttgart, 22.10.2008 -

"Vergleichsarbeiten erlauben Schülern, Lehrern und der Schule eine Standortbestimmung. Sie geben Aufschluss darüber, wo man im Geltungsbereich des Bildungsplans steht und wie nachhaltig das Gelernte verankert wurde", so der Kommentar des Landesvorsitzenden des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, zu einer von Kultusminister Rau gegenüber dem SWR gemachten Äußerung, dass die zentralen Vergleichsarbeiten an den Schulen vom Schuljahr 2009/10 an nicht mehr benotet werden sollen.

Der nunmehr gefasste Beschluss, wonach die in den Vergleichsarbeiten erzielten Noten nicht mehr ins Zeugnis einfließen werden, ändere hieran nichts, sagt Verbandschef Saur und stellt fest, dass für die Zeugnisnoten und für die Versetzung künftig wieder allein die vom Fachlehrer erteilten Noten maßgeblich seien. Der Fachlehrer unterrichte und begleite die Schüler ein ganzes Schuljahr lang, er sei und bleibe "die professionelle und verlässliche Instanz" für die Bewertung der Schülerleistungen. Seine Beurteilung beruhe auf einer Langzeitbeobachtung, "die von fachlicher Kompetenz und pädagogischem Gespür geprägt ist." Saur stellt in diesem Zusammenhang heraus, dass die bisherigen Ergebnisse der Vergleichsarbeiten die hohe Professionalität der Lehrkräfte an unseren Gymnasien bestätigt hätten.

Die Verlagerung der Vergleichsarbeiten auf den Beginn der Klassen sieben und neun eröffne nach Auffassung des Philologenverbandes auch eine neue Perspektive: Die Fachlehrer übernehmen eine neue Klasse meist für die Dauer von zwei Schuljahren und können zu Beginn dieses Lernabschnitts mit Hilfe der Vergleichsarbeiten eine Lernstandserhebung durchführen. Eventuelle Lerndefizite können erkannt und bei der Konzeption des Unterrichts berücksichtigt werden.

"Die Neuregelung beinhaltet also zusätzlich zur Erkenntnis darüber, was in der Vergangenheit gelernt wurde, eine wertvolle Gestaltungsmöglichkeit für die Zukunft. Unsere Lehrkräfte werden auch diese Regelung bestmöglich zum Wohle ihrer Schüler nutzen", sagt Saur und richtet an das Kultusministerium den Wunsch, diese Neuregelung der Vergleichsarbeiten nicht bald schon wieder über Bord zu werfen. "Alle am Schulleben Beteiligten sollten sich auf ein Mindestmaß an Kontinuität an den Bildungseinrichtungen des Landes verlassen können."

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