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Herausragende Hochschulabsolventen unterrichten in sozialen Brennpunkten

Mehr zu: Berlin, Bildungschancen, Bildungsverwaltung, Deutschland, Förderunterricht, Integration, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Konfliktlösung, Nachhilfe, Stiftungen, Vergütung, Schule
Berlin, 22.10.2008 -

Ab dem Schuljahr 2009/2010 werden bis zu 30 persönlich und fachlich hochqualifizierte Hochschulabsolventen verschiedener Studienrichtungen für jeweils zwei Jahre an Schulen in sozialen Brennpunkten in Berlin unterrichten. Eine entsprechende Erklärung haben heute Berlins Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner und die Bildungsinitiative Teach First Deutschland unterzeichnet.

Senator Zöllner begrüßt den Start des innovativen Programms: "Ein anderes Wort für die Zukunft Berlins ist Bildung. Denn Bildung ist der Kraftstoff dieser Stadt. Schwächere Schülerinnen und Schüler brauchen nicht nur Förderung, sondern auch Vorbilder. Ich bin davon überzeugt, dass der wissenschaftliche Nachwuchs bei den Schülern ungeahnte Kräfte freisetzen kann." Auch Kaija Landsberg, Gründerin und Geschäftsführerin von Teach First Deutschland, ist überzeugt von der Zusammenarbeit zwischen dem Land Berlin und Teach First Deutschland: "Wir freuen uns sehr, Berlin als erstes Bundesland gewonnen zu haben. Teach First Deutschland bietet die Möglichkeit, vor Ort zu handeln und Schüler zu fördern, die die Aufmerksamkeit aller gesellschaftlichen Akteure verdient haben."

Die "Lehrer auf Zeit" von Teach First Deutschland - so genannte Fellows - helfen Schülern an Schulen in sozialen Brennpunkten, ihr Potential auszuschöpfen. Als junge Vorbilder motivieren sie die Schüler und helfen ihnen, ihre Leistungen zu verbessern. Fellows von Teach First Deutschland werden zusätzlich zu regulären Lehrstellen eingesetzt.

In Abhängigkeit von der Schulgröße sollen ein bis drei Fellows pro Schule eingesetzt werden. An den Einsatzschulen werden die Fellows durch einen von der Schule zu bestimmenden Mentor aus dem Lehrerkollegium betreut. Darüber hinaus werden die Fellows durch einen von Teach First Deutschland finanzierten Tutor unterstützt.

Sie stehen den Schulen im Umfang von 40 Stunden pro Woche zur Verfügung. In ca. 15 Deputatstunden vermitteln sie eigenständig Lehrplaninhalte und wesentliche Grundlagen im regulären Unterricht. Darüber hinaus qualifizieren und motivieren sie außerhalb des Unterrichts, z. B. durch Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung, Kooperation mit Ausbildungsbetrieben, Gründung von Schülerfirmen, Elternarbeit und Nachbarschaftsprojekten. Indem Fellows die Lehrerkollegien in ihren Aufgaben unterstützen, ergeben sich neue Möglichkeiten zu differenzierter und individualisierter Förderung von Schülern.

Um den Erfolg des Programms von Teach First Deutschland zu gewährleisten, werden nur Fellows mit überdurchschnittlichen akademischen Leistungen sowie herausragender persönlicher Eignung ausgewählt. Teach First Deutschland ist bestrebt, einen überdurchschnittlichen Anteil von Bewerbern mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Landsberg erwartet eine hohe Bewerberanzahl: "Bereits vor Bewerbungsstart haben sich über 200 interessierte Absolventen registriert". Zur Vergütung der Arbeit stellt die Bildungsverwaltung den bis zu 30 Fellows bis zu ca. 970.000 Euro jährlich zur Verfügung.

Auswahl, Aus- und Fortbildung der Fellows sowie die laufende Unterstützung durch Tutoren werden dagegen von Teach First Deutschland und Investoren finanziert. Die Vodafone Stiftung unterstützt Teach First Deutschland als bundesweiter Gründungspartner. Im Rahmen des Förderprogramms "World of Difference" finanziert die Stiftung Teach First Deutschland. "Wir fördern engagierte Menschen aus unterschiedlichen Berufs- und Erfahrungsfeldern, die sich trotz zahlreicher anderer Karrieremöglichkeiten dafür entschieden haben, eine innovative Bildungsinitiative zu verwirklichen. Daher ist Teach First Deutschland ein perfekter Partner für unser Programm ´World of Difference´, das beispielhaft für das Engagement junger Menschen ist, die mit großer Leistungsbereitschaft Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen", so Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland.

Vor und während ihres Einsatzes werden die Fellows mit ca. 350 Unterrichtseinheiten intensiv ausgebildet und kontinuierlich betreut. Zielrichtung und Inhalt der Ausbildung werden in enger Abstimmung mit der Bildungsverwaltung festgelegt. Im zweiten Programmjahr bilden sie sich zusätzlich, in enger Kooperation mit Partnerunternehmen von Teach First Deutschland, für Führungsaufgaben im Bildungswesen und im Privatsektor weiter. Langfristig werden sich ehemalige Fellows von Teach First Deutschland aus führenden Positionen im Bildungswesen, in der Politik, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft weiter zugunsten benachteiligter Schüler einsetzen. "Gemeinsam mit den Fellows und Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor wollen wir mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem schaffen", so Kaija Landsberg.

Ähnliche Programme sind in den USA (Teach For America) und Großbritannien (Teach First) bereits seit Jahren erfolgreich. Die Anpassung des Programms auf Berlin erfolgt gemeinsam mit der Bildungsverwaltung sowie Bildungsexperten.

Absolventinnen und Absolventen sowie Berliner Schulen in sozialen Brennpunkten können sich ab sofort bei Teach First Deutschland um eine Programmteilnahme bewerben. Mehr Informationen unter www.teachfirst.de.

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