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Berlin, 22.10.2008 -

Bund und Länder werden ihre Ausgaben für Bildung und Forschung erhöhen: Sie werden bis zum Jahr 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen. Zudem verständigten sich Bund und Länder in einer gemeinsamen Erklärung auf konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des deutschen Bildungssystems. So sollen beispielsweise die Übergänge zwischen den einzelnen Bildungsstufen vereinfacht werden.

"Wir sind heute einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Bildungsrepublik Deutschland gegangen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Bildungsgipfel in Dresden. Bund und Länder hätten sich auf ein gemeinsames Papier mit Leitlinien und Leitsätzen zur Bildungspolitik verständigt.

Im Kern geht es darum, für alle Menschen einen Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Das betrifft die bessere frühkindliche Ausbildung ebenso wie eine bessere Sprachförderung, mehr Ausbildungschancen, eine bessere akademische Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

"Das ist zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass es ein solches gemeinsames Papier gibt", betonte Merkel.

Mehr Mittel für Bildung

Die Kanzlerin zeigte sich insbesondere erfreut über die Einigung auf höhere Bildungsausgaben bis 2015. Gerade über diesen Punkt hätten Bund und Länder gerungen. Die zehn Prozent entfallen zu drei Prozent auf die Forschung und zu sieben Prozent auf die Bildung.

Bis zum Herbst des kommenden Jahres soll nun eine "Strategiegruppe" Vorschläge dazu erarbeiten, wie die Erhöhung der Bildungsausgaben erreicht werden kann.

Der Bund hat sich zudem verpflichtet den Hochschulpakt bis zum Jahr 2020 zu verlängern. Mit ihm sollen zusätzliche Studienplätze geschaffen werden. Die Exzellenzinitiative soll ebenfalls fortgesetzt werden, so die Kanzlerin.

Schul- und Ausbildungsabbruch verringern

Der Quote der Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die ohne Abschuss die Schule verlassen, soll bis 2015 von acht auf vier Prozent gesenkt werden. Ebenso soll auch die Zahl der Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung verringert werden, von heute 17 auf 8,5 Prozent. "Das ist für mich eine sehr wichtige Maßnahme", hob Merkel hervor.

Darüber hinaus gibt es weitgehende Festlegungen zwischen Bund und Länder, um die Schnittstellen zwischen Schule und Ausbildung besser zu gestalten. Damit soll erreicht werden, dass die Berufsausbildung mit Erfolg beendet wird.

Für Kleinkinder wollen die Länder unter anderem bis 2012 eine flächendeckende Sprachförderung vor der Einschulung sicherstellen. Ziel ist es, den Übergang zur Schule zu erleichtern. Der Bund wird die bessere Sprachförderung mit Sprachkursen für die Eltern flankieren.

Merkel bezeichnete die Ergebnisse des Bildungsgipfels als gute Nachrichten, aber es gebe noch vieles zu tun. Es gehe jetzt darum, auch Sorge zu tragen, dass die Erhöhung der Bildungsausgaben zum Erfolg führe: zu einer Bildungsrepublik Deutschland.

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