Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Herr Professor Dr. Peter Strohschneider, erklärte zu den Ergebnissen des Bildungsgipfels:
Ich begrüße ganz außerordentlich, dass es Bund und Ländern gelungen ist, Bildung und Wissenschaft an die Spitze der politischen Prioritäten zu setzen. Nichts sichert unsere Zukunft mehr als Investitionen in Bildung und Wissenschaft.
Angesichts der kontroversen Diskussion im Vorfeld dieses Gipfels zwischen Bundes- und Landespolitikern, besonders aber angesichts der weltweiten Finanzkrise, überrascht es mich nicht, dass die Ergebnisse des Bildungsgipfels eher programmatisch als konkret ausgefallen sind.
Die Einigung, in Deutschland den Anteil der Aufwendungen für Bildung und Forschung auf 10 % des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahre 2015 zu steigern, begrüße ich mit Nachdruck. Zu hoffen ist, dass dieses Ziel sehr viel energischer und schneller angegangen wird als die im Jahre 2005 getroffene Vereinbarung, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Deutschland bis 2010 auf 3 % zu steigern – von 2,46 % 2005 sind wir heute, also drei Jahre später, erst bei etwa 2,7 %.
Enttäuscht bin ich, dass die Aussagen zur Verbesserung der Qualität der Lehre viel zu unverbindlich formuliert sind.
Entscheidend für mich ist, dass der strategisch zielführenden, programmatischen Einigung von Bund und Ländern konkrete Taten folgen. Dies wird insbesondere daran deutlich werden, ob die Politik in ihren Finanzentscheidungen Bildung und Wissenschaft gegenüber anderen Politikbereichen wirklich mehr Bedeutung beimisst als bisher. In meiner Funktion als Vorsitzender des Wissenschaftsrates werde ich diesen Prozess aufmerksam verfolgen.
Der Wissenschaftsrat hat sich in jüngster Zeit zu allen systematisch wichtigen Problemfeldern geäußert, die für den Ausbau der und die Steigerung der Qualität in den Hochschulen von Bedeutung sind (Demographiegerechter Ausbau des Hochschulsystems (2006), Reform der Personalstruktur an Universitäten (2007), Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium (2008)).
Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.