Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 08.02.2012, 17:28
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau

Schlau durch Spielen!?

Projekt von 'Mehr Zeit für Kinder e.V.' und 'Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen' stattet 55 Grundschulen in Baden-Württemberg mit Spielezimmer aus

Mehr zu: Baden-Württemberg, Grundschule, Hirnforschung, Lernhilfen, Schule
Frankfurt am Main / Stuttgart, 23.10.2008 -

Heute präsentierte sich die gemeinsame Initiative "Spielen macht Schule" von Mehr Zeit für Kinder e.V. und dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in der Steinbachschule Stuttgart-Büsnau. Insgesamt werden 55 Grundschulen in Baden-Württemberg mit Spielezimmer ausgestattet. An der Veranstaltung hat auch Wolfgang Fröhlich, Ministerialdirektor im Kultusministerium, teilgenommen.

Die Initiative "Spielen macht Schule" hat in diesem Jahr insgesamt Spiele im Wert von über 500.000 Euro an 154 Grundschulen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen vergeben. Schule und Spielen – geht das überhaupt zusammen? Die Initiatoren des Projektes sind dieser Meinung und aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung geben ihnen recht: Spielen macht schlau.

Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Fernsehen, PC-Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Hintergrund des Projektes sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und optischen Reizen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, die durchs Fernsehen stattfindet. Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative "Spielen macht Schule" entgegenwirken.

"Ich freue mich sehr, dass das Interesse unserer Grundschulen an der Initiative so groß war und dass Baden-Württemberg mit 55 Gewinnerschulen vertreten ist. Wir setzen auf die Eigenständigkeit der Schule und lassen ihnen viel Freiraum, ein eigenes Schulprofil aktiv zu gestalten. Wenn dabei so gute Beispiele wie hier an der Steinbachschule entstehen, bestätigt es den von uns gewählten Weg im Rahmen der Schulentwicklung", sagte Wolfgang Fröhlich, Ministerialdirektor im Kultusministerium. Die Initiative "Spielen macht Schule" füge sich gut in die Bildungspläne ein, da Lernspiele einen wichtigen Bestandteil des Lehrens und Lernens in der Grundschule ausmachten. Positiv sei auch, dass die Initiative eine kindgerechte Rhythmisierung des Schultages unterstütze, so Fröhlich weiter.

"Spielen und Lernen sind keine Gegensätze. Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel. Im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt", so Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Neurologe und Gründer des ZNL (Ulm).

Daher fördert die "Spielen macht Schule" das klassische Spielen in Grundschulen. 2007 wurde das Projekt von dem Mehr Zeit für Kinder e.V. (MZfK), Frankfurt/Main und dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL), Ulm gestartet. In der Pilotphase haben bereits zehn hessische Schulen gewonnen. Dabei fiel auf, dass viele Kinder in der Schule zum ersten Mal mit Gesellschaftsspielen Erfahrungen sammeln und vor allem Migrantenkinder über das Spielen einen neuen Zugang zur deutschen Sprache finden. In diesem Jahr wurde das Projekt auf zwei weitere Bundesländer ausgeweitet: Grundschulen in Baden-Württemberg und Bayern konnten erstmals an dem Projekt teilnehmen. Seit Juli 2008 stehen auch die diesjährigen Gewinner fest. Insgesamt können sich 154 Schulen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen auf eine komplette Spielzimmer-Einrichtung freuen. Ab Januar 2009 können sich auch erstmals Grundschulen in Nordrhein-Westfalen an dem Projekt beteiligen.

"Die Konzepte zeigen uns, wie engagiert und intensiv sich die Lehrer mit dem klassischen Spielen an der Schule und im Unterricht auseinandersetzen. Es ist uns wichtig, den Kindern das Lernen und Erfahren mit mehreren Sinnen wieder näher zu bringen", erklärt Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins Mehr Zeit für Kinder. "Wir hoffen, dass sich die Familien, von der Begeisterung der Kinder anstecken lassen und das gemeinsame Spiel in Ihren Alltag integrieren. Diese neu entdeckte gemeinsame Familienzeit ist unserem Verein ein wichtiges Anliegen."

Um an dem Projekt teilzunehmen wurden Lehrer, Sozialarbeiter und engagierte Eltern dazu aufgefordert, bis Ende April 2008 ein Konzept für ihre Grundschule beim Mehr Zeit für Kinder e.V. einzureichen. Das Projekt Spielen macht Schule ist langfristig angelegt, um das Spielen besser in den Schulalltag der Kinder zu integrieren. Daher stattet das Projekt Grundschulen mit Spielzimmern aus. Die darin eingesetzten Spiele wurden vorab vom ZNL Ulm auf ihren pädagogischen Wert geprüft. Mit der Einrichtung dieser Spielzimmer soll der natürliche Spieltrieb gefördert werden, da das Spielen wichtige Lernprozesse anstößt. Dabei erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen – Kernkompetenzen, die Kinder auf die Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereiten.

Weitere Informationen zum Projekt und dem Wettbewerb unter www.spielen-macht-schule.de

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

Eaecf7c820b751555eb3d76f864ddf85cd173e85
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Schule

"Ein Kind mit Lernschwierigkeiten gehört auf eine Regelschule"

08.02.2012. (red) Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Deutschland ein Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geschaffen. Aber der Ausbau inklusiver Bildungsangebote kommt in Deutschland nur schleppend voran. Von den 485.000 Schülern mit sonderpädagogischem ...

Sonderthemen

Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Ein Tag Ein Preis Ein Deal. Marken-Schulranzen bis zu unglaublichen 80% reduziert. Scout, McNeill, Espri... und vieles mehr.
ANZEIGE
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung