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Pressemeldung von: Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)

CSU und FDP arbeiten nach marktwirtschaftlichen Prinzipien:

Keine "Experimentierkästen mit der Aufschrift Regionalschule"

München, 26.10.2008

"Nun steht es deutlich und unmissverständlich in den Koalitionsvereinbarungen von CSU und FDP, die Schularten Hauptschule und Realschule bleiben selbst bei den Kooperationsmodellen als eigenständige Schularten erhalten. Der Begriff Regionalschule spielt also keine Rolle mehr. Der Gedanke an eine Fusion von Hauptschule und Realschule gehört somit der Vergangenheit an", mit dieser ersten Stellungnahme zu den Verhandlungsergebnissen zeigte sich der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes, Anton Huber, erleichtert darüber, dass die künftige Staatsregierung bildungspolitische Vernunft zeigt und Bewährtes nicht ohne Not aktuellen Modetrends opfert.

Huber weiter: "Wir Realschullehrkräfte haben immer davor gewarnt, Experimentierkästen in Form von Modellversuchen zu verteilen, die nicht den Stempel ,geprüfte Sicherheit' und ,geprüfte Qualität' tragen. Als Verbraucherschutzminister weiß der designierte Ministerpräsident Seehofer, dass man in der sozialen Marktwirtschaft als Staat grundsätzlich die Aufgabe hat, kontrollierend und regulierend am Markt einzugreifen, um Gefahr von der Bevölkerung abzuwenden. Das gilt auch für die Bildungspolitik. Deshalb lehnen wir alle unbedachten Experimente mit der Bildungsqualität in Bayern weiterhin entscheiden ab".

Sicherlich werden nach Huber bestimmte Lehrerfunktionäre versuchen, die Kooperationsmodelle für die Zusammenlegung von Schularten umzufunktionieren. Sie glaubten bereits, end-lich die angestrebten Experimentierkästen zu erhalten. Vielleicht haben sie schon Etiketten mit der Aufschrift ,Regionalschule und Realschulzug an der Hauptschule' drucken lassen. Doch weder die Sicherheit noch die Qualität der erwarteten Produkte sei bisher bekannt, erst recht nicht geprüft. "Deshalb lassen wir besser diese Mogelpackung im Regal Bildungspolitische Mottenkisten stehen", merkt Huber an.

"Wir warnen ausdrücklich davor, die Grundsätze des Verbraucherschutzes im Bildungsbereich aufzugeben. Verteilt andere Geschenke an die experimentierfreudigen Volksschulleh-rerfunktionäre, z. B. noch schnellere Beförderungsmöglichkeiten. Aber lasst sie nicht an Experimentierkästen mit Substanzen (Schularten), von denen sie so gut wie nichts verstehen. Nach einem gescheiteren Versuch könnten wir uns auf der Ebene der PISA-Bildungsverlierer mit der Einheitsschule wiederfinden," gibt Vorsitzender Huber zu bedenken.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) / bildungsklick.de


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