"Das Projekt "Mehr Zeit für Kinder e.V." unterstreicht die Bedeutung, die Schulen als Lebensraum für Kinder haben. In den Konzepten, die die Grundschulen für eine wahrnehmungfördernde und bewegungsanregende Spielumgebung eingereicht haben, zeigt sich die grundlegende Bedeutung des Spielens für die kindliche Entwicklung. Den Schulen möchte ich für ihre kreativen und engagierten Ideen danken und damit den Wunsch verbinden, dass sie viel Freude an den neuen Spielen haben, die sie gewonnen haben", so Staatsminister Jürgen Banzer. Der Minister stellte fest, dass der Wettbewerb die Initiativen des Kultusministeriums im Rahmen von "Schule&Gesundheit" gut ergänze. In der Friedrich-von-Schiller-Schule in Wiesbaden, eine der Gewinnerschulen, stellten Staatsminister Jürgen Banzer, die Geschäftsführerin des Projekts "Mehr Zeit für Kinder" sowie Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter des ZNL, die Initiative vor.
Schule und Spielen – geht das überhaupt zusammen? Die Initiatoren des Projektes sind der festen Überzeugung und stützen diese auf Ergebnisse der Hirnforschung. Das 2007 vom ZNL und dem Verein "Mehr Zeit für Kinder" gestartete Projekt "Spielen macht Schule" fördert das klassische Spielen in Grundschulen. Auffallend ist nach den ersten Erfahrungen mit den Spielzimmern, dass viele Kinder erstmals in der Schule Gesellschaftsspiele kennen lernen und vor allem Migrantenkinder über das Spielen einen neuen Zugang zur deutschen Sprache finden. Die Initiative "Spielen macht Schule" hat in diesem Jahr Ausstattungen für Spielzimmer im Wert von über 500.000 Euro an 154 Grundschulen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen vergeben.
Um an dem Projekt teilzunehmen, wurden Lehrer, Sozialarbeiter und engagierte Eltern dazu aufgefordert, bis Ende April 2008 ein Konzept für ihre Grundschule bei "Mehr Zeit für Kinder e.V." einzureichen. Das Projekt "Spielen macht Schule" ist langfristig angelegt, um das Spielen besser in den Schulalltag der Kinder zu integrieren. Daher stattet das Projekt Grundschulen mit Spielzimmern aus. Die darin eingesetzten Spiele wurden vorab vom ZNL Ulm auf ihren pädagogischen Wert geprüft. Mit der Einrichtung dieser Spielzimmer soll die Lust und der Spaß am Spiel gefördert werden, da dieses grundlegende Lernprozesse anstößt. So erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen - Kernkompetenzen, die Kinder in ihrem aktuellen Alltag genauso wie für ihre weitere Entwicklung benötigen.
Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Fernsehen, PC-Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Handlungsleitend für das Projekt "Mehr Zeit für Kinder" sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und optischen Reizen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, die durchs Fernsehen stattfindet. Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative "Spielen macht Schule" entgegenwirken.
"Die Konzepte zeigen, wie engagiert und intensiv sich die Lehrer mit dem klassischen Spielen an der Schule und im Unterricht auseinandersetzen. Es ist wichtig, den Kindern das Lernen und Erfahren mit mehreren Sinnen wieder näher zu bringen", erklärte Minister Jürgen Banzer. "Wir vom Verein "Mehr Zeit für Kinder e.V." würden uns wünschen, dass die Kinder ihre in der Schule mit dem Spielen gemachten Erfahrungen mit in ihre Familie nehmen, sich diese von der Begeisterung der Kinder anstecken lassen und das gemeinsame Spiel in ihren Alltag integrieren. Auch diese neu entdeckte gemeinsame Familienzeit ist unserem Verein ein wichtiges Anliegen" stellte Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins fest.
"Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel. Im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt, " so Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Neurologe und Gründer des Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL in Ulm.
Auch die Schulleiterin der Friedrich-von-Schiller-Schule, Ursula Hubl-Stück, freute sich über die Auszeichnung und die Tatsache, dass an ihrer Schule stellvertretend für andere die Präsentation der diesjährigen Ergebnisse des Wettbewerbs erfolgt. "Unsere Schülerinnen und Schüler machen bei uns in der Grundschule ihre ersten, prägenden Schul- und Lernerfahrungen. Viele der Kinder verbringen hier mehr als acht Stunden des Tages. Insofern ist dies ein wichtiger Ort zum Lernen, Spielen, Ruhen und sich bewegen. Dafür brauchen wir eine ansprechende und anregende Umgebung, wie sie jetzt durch das Spielzimmer noch zusätzlich unterstützt wird. Wir freuen uns, dass das Konzept unserer Schule solchen Anklang fand und wir bei den Gewinnern sein dürfen", so die Schulleiterin.
| Nr. | Schule | Ort | < TR>
|---|---|---|
| 1 | Lindenschule | Alheim-Heinebach |
| 2 | Gerhard-Hauptmann-Schule Alsfeld | Alsfeld |
| 3 | Waldbachschule | Bad König |
| 4 | Saalburgschule | Bad Vilbel |
| 5 | Stadtschule Bad Vilbel | Bad Vilbel |
| 6 | Regenbogenschule | Bad Vilbel-Dortelweil |
| 7 | Hans-Quick-Schule | Bickenbach |
| 8 | Grundschule Sandbach | Breuberg |
| 9 | Ritter-von-Haune-Schule | Burghaun |
| 10 | Grundschule Thalau | Ebersburg |
| 11 | Ebersburg | Ebersburg |
| 12 | Heiligenbergschule Gensungen | Felsberg |
| 13 | Elsa-Brändström-Schule | Frankfurt |
| 14 | Montessori Campus Friedberg | Friedberg |
| 15 | Grundschule Köppern | Friedrichsdorf |
| 16 | Schule zum Obersten Holz | Fritzlar-Obermöllrich |
| 17 | Cuno-Raabe-Schule | Fulda | < TR>
| 18 | Erlenbachschule Gedern | Gedern | < TR>
| 19 | Anne-Frank-Schule | Gersfeld / Rhön | < TR>
| 20 | Sophie-Scholl-Schule | Gießen |
| 21 | Adolph-Diesterweg-Schule | Gladenbach-Weidenhausen |
| 22 | Hirschbergschule | Großalmerode-Rommerode |
| 23 | Grundschule Bimbach | Großenlüdern |
| 24 | Grundschule St. Georg | Großenlüdern |
| 25 | Landrat-Gruber-Schule | Groß-Umstadt-Semd |
| 26 | Grundschule Habichtswald-Dörnberg | Habichtswald |
| 27 | Grundschule Hadamar | Hadamar |
| 28 | Heinrich-Heine-Grundschule | Hanau |
| 29 | Fledermausschule | Heidenrod-Laufenselden |
| 30 | Nibelungenschule Heppenheim | Heppenheim |
| 31 | Osterbachschule | Homberg (Efze) |
| 32 | Valentin-Traudt-Schule | Kassel |
| 33 | Schule Königstor | Kassel |
| 34 | Pestalozzischule | Lampertheim |
| 35 | Sonnenblumenschule | Langen |
| 36 | Grundschule Großen-Linden | Linden |
| 37 | Fuldatal Schule Ludwigsau | Ludwigsau |
| 38 | Grundschule Villa Kunterbunt | Maintal-Bischofsheim |
| 39 | Modautalschule | Modautal |
| 40 | Traisar Schule | Mühltal |
| 41 | Grundsschule am Rippberg | Neuhof-Hattenhof |
| 42 | Hans-Gustav-Röhr-Schule | Ober-Ramstadt |
| 43 | Grundschule Weißkirchen | Oberursel |
| 44 | Grundschule Buchhügel | Offenbach |
| 45 | Goetheschule | Pfungstadt |
| 46 | Ueberauer Grundschule | Reinheim |
| 47 | Grundschule Dehrn | Runkel-Dehrn |
| 48 | Eichwaldschule | Schaafheim |
| 49 | Dieffenbachschule Schlitz | Schlitz |
| 50 | Grundschule Vogelsbergkreis | Schotten |
| 51 | Grundschule Niedervellmar | Vellmar |
| 52 | Konrad Duden Schule / Eltern fördern Kinder | Wiesbaden |
| 53 | Montessori Schule Wiesbaden | Wiesbaden |
| 54 | Friedrich-von-Schiller-Schule | Wiesbaden |
| 55 | Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Sonderpreis) |
Wiesbaden |
| 56 | Schule am Rhäden | Wildeck-Obersuhl |
| 57 | Gelstertalschule Hundelshausen | Witzenhausen | < TR>