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VBE weist Rundumschlag der Landeselternbeiratsvorsit­zenden gegen die Lehrer als nicht konstruktiv zurück

Mehr zu: Baden-Württemberg, Qualitätsstandards, Schulinspektion, Schule
Stuttgart, 28.10.2008 -

Der Ansatz, wie Schule gelingen könne, sei von Elternseite sicher ein ande­rer, als Lehrer dies sehen. Trotzdem sei die jüngste Breitseite der Landesel­ternbeiratsvorsitzende Christiane Staab gegen die Lehrerschaft nicht das, was Schule voranbringe, moniert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Allgemeines Misstrauen und pau­schale Vorwürfe seien die schlechteste Basis für gute Schulentwicklung.

Wenn der Landeselternbeirat (LEB) nun noch mehr Kontrolle der Lehrer for­dert, könn­­ten Lehrer versucht sein, andersherum auch mehr Kontrolle der Eltern fordern. Allzu oft würden von den Eltern lediglich die Lehrer als das Problem in den Schulen an­gesehen, die Rolle der Kin­der und deren Eltern selber aber nicht hinter­fragt. Heißt es doch im Artikel 6 des Grundgesetzes "Pflege und Erzie­hung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht." Immer mehr Lehrer haben den Eindruck, dass die Erzie­hung der Kinder für etliche Er­ziehungsberech­tigte heute ein absolutes Fremd­wort ist - und nicht nur bei denen mit Migrationshintergrund. Der VBE-Sprecher weist wie die LEB-Vorsitzende bei den Lehrern darauf hin, dass die Tätigkeit der Eltern ebenso keiner regelmäßigen Kontrolle unterzogen wir­d. Auch Eltern seien zunehmend un­fähig, mit kritischen Fragen von Lehrerseite umzuge­hen und sich zum Wohle der Kinder zu verändern.

Lehrer könnten sich gleichfalls Fragebogen an Eltern vorstellen, die evaluieren, ob Kin­der nach einem ordentlichen Frühstück und mit einem gesunden Vesper zum Unterricht geschickt wer­den; ob Eltern kontrolliert haben, dass sich sämtli­che benötigten Unter­richtsmaterialen und die Hausaufgaben im Schulranzen be­fin­den; ob Kinder gewaschen und mit frischer Kleidung versehen zur Schule ge­schickt werden; ob mittags oder am Abend die Kinder über ihre Erlebnisse und Probleme berichten dürfen, ob sie einmal am Tag eine warme Mahlzeit erhalten, wann sie zu Bett geschickt werden und ob der Fernsehapparat im Kinderzimmer die ganze Nacht über laufen darf.

Jeder Lehrer unterliegt der Kontrolle durch den Schulleiter und die Schulauf­sichtsbehörden. Bei Differenzen oder Unregelmäßigkeiten steht es Eltern frei, sich an die Dienstvorgesetzten zu wenden; manche werden sogar gleich beim Kultusminister vorstellig. Aus schlechten Erfahrungen mit einzelnen Lehrern jedoch zu einem Rundumschlag auszuholen und allen Lehrern mit Misstrauen zu begegnen sei nicht nur unfair, sondern demotivierend.

Auf diese Art und Weise könne man Schule nicht verbessern, unterstreicht der VBE-Sprecher. Die Selbst- und Fremdevaluation sei der richtige Weg, um Schu­len qualitativ weiter zu entwickeln. Eltern und Lehrer sollten im Interesse der Schü­ler vertrauensvoll zusammenarbeiten und sich nicht per se mit abgrundtie­fem Misstrauen begegnen.

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