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Studierende erwarten Qualität fürs Geld

BMBF-Studien zeigen differenzierte Einstellung zu Studiengebühren / Bei der Entscheidung für oder gegen Studium spielen Gebühren untergeordnete Rolle

Mehr zu: BAföG, Bildungschancen, Bildungsgipfel, Schavan, Statistik, Studiengebühren, Studienwahl, Hochschule
Berlin, 31.10.2008 -

Die Gründe für oder gegen ein Studium sind vielschichtig, Studiengebühren spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Hauptgründe gegen ein Studium sind der Wunsch, möglichst schnell Geld zu verdienen, das Interesse an einer praktischen Tätigkeit und die Befürchtung, ein Studium dauere zu lange. Erst auf Platz fünf der Verzichtsgründe folgen die Gebühren. Drei Viertel aller Studienanfänger erwarten, dass die Gebühren das Studium deutlich verbessern, während bei 3,6 Prozent der Studienberechtigten die Gebühren zu Verunsicherung führen. Frauen und Studienberechtigte aus hochschulfernen Elternhäusern reagieren sensibler auf Studiengebühren als andere Gruppen. Studienberechtigte mit guten Schulnoten und positiven Einschätzungen der Berufsaussichten lassen sich hingegen von Studiengebühren im Hinblick auf die Studienplanung kaum beeinflussen.

Das sind zentrale Ergebnisse aus zwei neuen Studien der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) zum Thema Studiengebühren, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt und am Freitag veröffentlicht wurden.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan stellte am Freitag in Berlin klar, dass die Politik auf die Ergebnisse eingeht: "Aus sozialen Gründen darf niemand vom Studium abgehalten werden. Die Bundesregierung hat ein Aufstiegspaket verabschiedet mit erhöhten BAföG-Sätzen, dem Ausbau der Begabtenförderung, Aufstiegsstipendien und dem Hochschulpakt. Auf dem Bildungsgipfel haben wir uns das klare Ziel gesetzt, mehr jungen talentierten Menschen ein Studium zu ermöglichen. Klar ist: Ein Studium lohnt sich – es ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und trägt bei zum Aufstieg durch Bildung."

Studiengebühren stärken die Weiterentwicklung der Hochschulen. So werden sie auch von den meisten Studierenden wahrgenommen. Wie die HIS-Studie belegt, haben sich die positiven Erwartungen von Studienanfängern an die Einführung von Studiengebühren deutlich erhöht. Während vor einem Jahr weniger als jeder zweite (46 Prozent) Verbesserungen erwartete, verspricht sich dies nun eine große Mehrheit (74 Prozent). "Es zeigt sich: Studierende erwarten im Gegenzug zu den Studiengebühren mehr Qualität an ihren Hochschulen, damit sie unter besseren Studienbedingungen schneller und effektiver studieren können – und das ist ihr gutes Recht", sagte Schavan.

Der Bericht "Studiengebühren aus der Sicht von Studienberechtigten" befasst sich mit der Wirkung von Studiengebühren auf die Entscheidung von Studienberechtigten des Jahrgangs 2006. Ergänzend dazu untersucht der gerade fertig gestellte Bericht "Studienanfänger im Wintersemester 2007/08" auch die Einstellung von Erstsemestern zu den Gebühren. Um ein kohärentes und aktuelles Bild zum Thema Studiengebühren abzugeben, werden beide Studien gemeinsam veröffentlicht.

Die Berichte "Studiengebühren aus der Sicht von Studienberechtigten" und "Studienanfänger WS 2007/08" können unter www.his.de heruntergeladen werden.

Dokumente
- Studiengebühren aus der Sicht von Studienberechtigten

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