LandesschülerInnenvertretung NRW
LandesschülerInnenvertretung NRW: Auch "nur" drei Kopfnoten sind Sandkastenpädagogik
Mehr zu: Kopfnoten, Leistungsdruck, Nordrhein-Westfalen, Schülervertretung, Werteerziehung, Zensuren, SchuleTrotz des Zurückruderns der Landesregierung sind die Schülerinnen und Schüler noch unzufrieden, denn auch "nur" drei Noten im Arbeits- und Sozialverhalten haben aus Schülersicht keinen pädagogischen Wert. So löst die schlichte Verringerung der Kopfnoten nichts an den von ihnen kritisierten Punkten. "Kopfnoten sind reine Sandkastenpädagogik. Sie erzeugen überflüssigen Leistungsdruck anstatt den Schülern Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen", so Johannes Struzek (18) aus dem Vorstand der LandesschülerInnenvertretung (LSV). "Im letztem Jahr haben schon 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler als Versuchskaninchen gedient, nun muss endlich Schluss damit sein!"
Die LSV kritisiert vor allem, dass viele Schüler sich wegen der Kopfnoten im Unterricht verstellen oder dass sich auch wenige Kopfnoten als Druck- und Disziplinierungsmittel nutzen lassen. Dabei gibt es in NRWs Schulsystem schon genug Leistungsdruck. Ob die Änderung eine tatsächliche "Reduktion der Gesamtzahl der Beurteilungsaspekte" mit sich bringt, ist dabei noch fraglich, denn für die neuen Kopfnoten gibt es noch keine neuen Indikatoren. "Wir befürchten einfach, dass sich an den 40 Indikatoren der bisher 6 Kopfnoten nichts ändert. So wird es für die Schülerinnen und Schüler in Zukunft noch schwieriger sein, die Kritik an ihrem Verhalten zwischen den Zeilen zu lesen", so Struzek. "Für die Schüler wäre es viel hilfreicher die Kopfnoten abzuschaffen und eine angemessene Feedbackkultur in den Schulen zu schaffen."
Für die LSV NRW ist diese Änderung nur eine Annäherung an die Lehrer, um deren Arbeitsaufwand zu reduzieren. Dennoch sprechen sich auch die Lehrerverbände entschieden gegen jegliche Form von Kopfnoten aus. So zum Beispiel die GEW, nach deren Meinung Frau Sommer die Kopfnoten direkt abschaffen sollte, wenn sie schon das Thema angeht.
"Diese an den Wünschen der Wirtschaft orientierte Schulpolitik muss endlich ein Ende haben. Und das ohne Kopfnoten und den damit verbundenen Druck" so der Schülervertreter. "Denn solange Lehrer und Schüler gestresst sind, leidet der Unterricht. Dass darf nicht das Ziel von Frau Sommers Schulpolitik sein."
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