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Kultusministerium weist neuerliche Forderung der GEW zur Abschaffung der Hauptschulen als weltfremd zurück:

Hauptschüler erbringen hohe Leistungen – Für Wirtschaft sind Hauptschulabsolventen unverzichtbar

Mehr zu: Bayern, Hauptschule, Individuelle Förderung, Schulstruktur, Spaenle, Wirtschaftsschule, Schule
München, 14.11.2008 -

Bayern hält an seinem differenzierten Bildungswesen und den starken Schularten Haupt-, Real- und Wirtschaftsschule sowie Gymnasien fest. Mit dieser Aussage weist das Bayerische Kultusministerium die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als weltfremd zurück, die Hauptschulen aufzulösen.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle betont: "Wenn wir die Hauptschule abschaffen, berauben wir viele junge Menschen einer wichtigen Chance." "Wer - wie die GEW - darauf beharrt, die Hauptschule abzuschaffen, muss sich dafür verantwortlich machen lassen, dass er Bildungschancen für junge Menschen abschneidet", so Kultusminister Spaenle.

In Bayern besucht rund ein Drittel aller Schüler die Hauptschule. Sie erbringen, wie z.B. von PISA bestätigt wurde, hohe Leistungen. Aus diesem Grunde scheue sich Bayern auch nicht davor, sich einem bundeseinheitlichen Leistungsvergleich zu stellen. Im Übrigen geht die Forderung der GEW, die Hauptschule abzuschaffen, absurder Weise ins Leere: Damit werden keineswegs die Schüler abgeschafft, die einen Hauptschulabschluss anstreben; diese Schüler gibt es in allen Ländern in gleicher Weise. Der GEW geht es mit ihrer Forderung um standespolitische Anliegen, nicht um die Schüler.

Bayern entwickelt seit 2006 die Hauptschule zu einer stark berufsorientierten Schule weiter, die jeder Schüler mit der Ausbildungsreife verlassen soll. Dazu werden Ganztagsklassen eingerichtet, die individuelle Förderung erhöht und der Bezug zur beruflichen Praxis spürbar verstärkt.

Die Hauptschulinitiative des Kultusministeriums hat z.B. dazu geführt, dass 75 Prozent der Hauptschulen im vergangenen Jahr zusätzliche Praktika organisiert haben. 73 Prozent der Hauptschulen haben von sich aus Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung durchgeführt. Schülerinnen und Schüler lernen bereits ab der 7. Jahrgangsstufe künftige Berufsfelder mit deren Anforderungen und die dazu nötigen Voraussetzungen kennen. An mehr als der Hälfte der Hauptschulen unterstützen nun "Paten" aus der Wirtschaft die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Berufswahl und -findung. Im laufenden Schuljahr gibt es an 320 Hauptschulstandorten Ganztagszüge bzw. -klassen.

Die bayerische Wirtschaft bekennt sich eindeutig zu den Leistungen der Hauptschulabsolventen. Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), hatte erst jüngst unterstrichen: "Hauptschule und Handwerk sind in Bayern traditionell eng miteinander verbunden. Rund zwei Drittel aller Lehrlinge im bayerischen Handwerk haben vor ihrer Ausbildung die Hauptschule besucht – in den jüngsten Jahren hat dieser Anteil sogar noch einmal leicht zugenommen."

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