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Bildungsungerechtigkeit lässt sich nicht wegmessen

Schulischer Alltag besteht aus Unterrichtsausfall, Lehrermangel und zu großen Klassen

Mehr zu: Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Bildungswesen, Deutschland, Föderalismus, Förderunterricht, Klassenfrequenz, Lehrermangel, PISA (Studie), Unterrichtsversorgung, Schule
Berlin, 17.11.2008 -

"Die größte Risikogruppe in Deutschland besteht aus Ministerpräsidenten, Finanzministern und Bildungspolitikern", erklärt Ludwig Eckinger, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), vor der morgigen Veröffentlichung von PISA E 2006. "Das Messen und Austesten schulischer Leistungen ist in der Bundesrepublik nach wie vor von der Verbesserung der konkreten Bedingungen an den Schulen entkoppelt", sagt Eckinger und unterstreicht: "Bildungsstandards und Vergleichsarbeiten werden zu Placebos degradiert." Seit zwei Jahren liege die gemeinsame Erklärung mit den Kultusministern vor, jede Schülerin, jeden Schüler individuell zu fördern und zu fordern, so Eckinger. Aber Eltern, Schüler und Lehrer würden an der Nase herumgeführt, denn der schulische Alltag bestehe aus Unterrichtsausfall, Lehrermangel, zu großen Klassen und zu wenig individuellen Fördermöglichkeiten.

Eckinger kritisiert, die Zahl der scheiternden Schülerinnen und Schüler könne nicht am grünen Tisch reduziert werden, sondern setze erheblich verbesserte Gelingensbedingungen voraus. Dazu zähle auch eine reale Durchlässigkeit aller Bildungswege nach oben. "Besserverdienende Familien können diesen Mangel durch privat finanzierte Zusatzförderung oder durch die Flucht in eine Privatschule kompensieren", sagt Eckinger. Keinen Schritt seien die Länder in der gravierenden Frage vorangekommen, die überdurchschnittlich starke Abhängigkeit der Leistungen vom sozialen Status der Schüler, von deren ethnischer Herkunft und inzwischen auch von der Herkunft nach Bundesland zu mindern.

"Die Länder müssen in die Pflicht genommen werden, den Bildungsbereich wichtig zu nehmen und nicht ständig mit Fingern auf andere zu zeigen", so Eckinger. "Der Kulturföderalismus taugt nur etwas, wenn auf diesem Wege in allen Bundesländern vergleichbare Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler geschaffen werden." Der VBE-Bundesvorsitzende verweist darauf, der Staat sei bisher nicht verpflichtet, auf allen Schulstufen Bedingungen vorzuhalten, damit jedem Lernenden ein Abschluss gelingen könne."

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