Nicht so viel Geschrei, bitte
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Bildungschancen, Deutschland, Europa, Förderunterricht, Ganztagsschule, PISA (Studie), Schulsozialarbeit, Unterrichtsversorgung, SchuleIm Gegensatz zu den anderen PISA-Ländern lösen neue Ergebnisse im europäischen, oder im Ländervergleich in Deutschland große Hektik aus. Ministerpräsident, Kultusminister und andere, die sich berufen fühlen, kommen dann mit ungeahnt kreativen Vorschlägen, die unser ach so trostloses, oder je nach Position glorreiches Schulsystem verbessern werden. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Südbaden sieht die neuen PISA-Ergebnisse deutlich nüchterner. Der Verbandssprecher Josef Klein (Rickenbach) erinnert zuvörderst daran, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OECD) als Auftraggeber rein wirtschaftliche Interessen vertritt. Es ist nicht verwerflich, dabei anzunehmen, dass pädagogische und allgemeinbildende Aspekte bei einer solchen Studie nicht an erster Stelle rangieren.
Unstrittige Schlussfolgerungen, die der VBE Südbaden daraus zieht: Festzustellen ist, dass schwächere Schülerinnen und Schüler in unserem Schulsystem mehr Unterstützung brauchen. Dies kann nicht in Klassen mit 33 Schülern geschehen. Für den VBE greift der vorgesehene Zeitablauf der Qualitätsoffensive des Landes zu langsam. Klassen mit der Höchstzahl von 28 Schülern wird es danach erst in 5 Jahren geben.
VBE-Sprecher Josef Klein bezeichnet als sehr störend, dass mit solchen Statistiken, wie auch mit den Qualitätsinitiativen der Schulen immer nur gemessen wird und anschließend große Worte aus Politikermund folgen. Dabei wäre es wichtig, dem Patienten Schule nicht nur zu bescheinigen, dass er Fieber hat, sondern ihm auch ein wirksames Medikament zu verschreiben. Geld ist genug da, wie man am Rettungspaket für die Banken, am Kauf des Schlosses Salem oder am sich stark verteuernden Projekt Stuttgart 21 sieht. Nun wird es Zeit, im Kinderland Baden-Würrtemberg das Medikament Geld an der richtigen Stelle einzusetzen. Für den VBE ist der wirkungsvollste Bereich die Elementar- und Primarstufe, da man im Kindesalter viele Fehlentwicklungen verhindern kann.
Für die Sekundarstufe gilt es durch Ganztagesangebote und Schulsozialarbeit erkennbare Defizite in der Elternarbeit aufzufangen.
VBE Landesbezirk Südbaden
Ekkehard Gabriel Vorsitzender
Steinackerstr. 1b
79194 Gundelfingen
Tel. pr: 0761-580955
Tel. VBE-Geschäftsstelle 0761-5932850
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