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Schulen ohne Lehrer kein Zukunftsmodell

Mehr zu: Deutschland, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Weiterbildung, Schule
Wien, 20.11.2008 -

"Ein gewaltiger Lehrermangel kommt in den nächsten 15 Jahren auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zu", warnte heute der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der österreichischen Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer (GÖD) und dem Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) in Wien. Anlass war die Vorstellung der Wiener Erklärung von GÖD, LCH und VBE unter dem Motto "Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer – ein Eckpfeiler der Demokratie", das erste länderübergreifende Leitbild für den Lehrerberuf heute.

"In Deutschland werden bis zu 400.000 Lehrerinnen und Lehrer in den nächsten 15 Jahren aus Altersgründen ausscheiden", warnte Ludwig Eckinger. "Doch werden für je 100 ausscheidende Kolleginnen und Kollegen nur 50 neu in den Lehrerberuf kommen." Ein zu geringes Ansehen des Lehrerberufes und schwierige Lehr- und Lernbedingungen an den meisten Schulen in Deutschland seien die Ursachen dafür, so Eckinger, dass zu wenig junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen und erfolgreich absolvieren würden.

Der VBE-Bundesvorsitzende verwies darauf, der Lehrerberuf dürfe weder der Konjunkturlage unterworfen noch zum Notnagelberuf degradiert werden. "Für den VBE ist die Wiener Erklärung ein wichtiges politisches Instrument", betonte Eckinger, "gegenüber den Bundesländern für die Aufwertung unserer Profession zu kämpfen und ein Ende des ruinösen Wettbewerbs um Lehrerinnen und Lehrer zu erstreiten."

Für den VBE forderte Ludwig Eckinger:

  1. Aufwertung des Lehrerberufs durch exzellente universitäre Lehrerbildung. Alle Lehramtsstudiengänge müssen von Anfang an das Berufsziel der Lehrerin, des Lehrers realisieren. Die berufswissenschaftliche und berufspraktische Ausbildung muss gleichwertig mit der Ausbildung in den designierten Unterrichtsfächern werden.
  2. Aufwertung des Lehrerberufs durch Gleichwertigkeit aller Lehrämter von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Alle Lehramtsstudiengänge müssen in allen Bundesländern zu einem Masterabschluss mit 300 Leistungspunkten führen.
  3. Aufwertung des Lehrerberufs durch pädagogische Qualifizierung auch aller Quereinsteiger in den Lehrerberuf.
  4. Aufwertung des Lehrerberufs durch die Schaffung wirklicher Gelingensbedingungen an allen Schulen – durch Absenkung der Klassenstärken, Möglichkeiten individueller Förderung der Schülerinnen und Schüler und durch Verstärkung der Angebote in der Lehrerfort- und –weiterbildung, damit das Lernen im Beruf möglich wird.
  5. Aufwertung des Lehrerberufs durch eine langfristige Personalplanung und Personalentwicklung in allen Bundesländern, um endlich vom unseligen "Schweinezyklus" wegzukommen. ­

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