"Ein gewaltiger Lehrermangel kommt in den nächsten 15 Jahren auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zu", warnte heute der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der österreichischen Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer (GÖD) und dem Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) in Wien. Anlass war die Vorstellung der Wiener Erklärung von GÖD, LCH und VBE unter dem Motto "Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer – ein Eckpfeiler der Demokratie", das erste länderübergreifende Leitbild für den Lehrerberuf heute.
"In Deutschland werden bis zu 400.000 Lehrerinnen und Lehrer in den nächsten 15 Jahren aus Altersgründen ausscheiden", warnte Ludwig Eckinger. "Doch werden für je 100 ausscheidende Kolleginnen und Kollegen nur 50 neu in den Lehrerberuf kommen." Ein zu geringes Ansehen des Lehrerberufes und schwierige Lehr- und Lernbedingungen an den meisten Schulen in Deutschland seien die Ursachen dafür, so Eckinger, dass zu wenig junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen und erfolgreich absolvieren würden.
Der VBE-Bundesvorsitzende verwies darauf, der Lehrerberuf dürfe weder der Konjunkturlage unterworfen noch zum Notnagelberuf degradiert werden. "Für den VBE ist die Wiener Erklärung ein wichtiges politisches Instrument", betonte Eckinger, "gegenüber den Bundesländern für die Aufwertung unserer Profession zu kämpfen und ein Ende des ruinösen Wettbewerbs um Lehrerinnen und Lehrer zu erstreiten."