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Kultusminister Roland Wöller verleiht erstmals Sächsischen Landespreis für Heimatforschung

Mehr zu: Auszeichnungen, Deutschland, Sachsen, Schule
Dresden, 21.11.2008 -

"Heimat ist nichts Verstaubtes. Heimat ist eine lebendige und wichtige Bezugsgröße. Gerade in einem vereinten Europa und im Zeichen einer zunehmenden Globalisierung bietet das Wissen um die eigenen Wurzeln, um die regionale Tradition Sicherheit und Orientierung." Dies sagte der Sächsische Kultusminister Roland Wöller am Freitagnachmittag bei der Verleihung des ersten Sächsischen Landespreises für Heimatforschung im Festsaal des Stadtmuseums Dresden.

Der mit insgesamt 7.500 Euro dotierte Landespreis wurde in diesem Jahr erstmals verliehen und steht unter der Schirmherrschaft des Kultusministers. Mit dem Preis - er soll künftig jedes Jahr verliehen werden - werden Arbeiten von ehrenamtlich tätigen Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, in denen beispielhaft Aspekte der sächsischen Heimat erforscht und dargestellt sind.

159 Arbeiten von Heimatforschern jeden Alters waren von der Jury zu bewerten. Der älteste Teilnehmer ist 85, die jüngste Teilnehmerin 16 Jahre alt. Eingereicht wurden Arbeiten zur Orts- und Regionalgeschichte, zur Industrie- und Technikgeschichte, zu Kunstgeschichte, Festen und Bräuchen sowie zu Themen des Natur- und Umweltschutzes. Zu bewerten waren sowohl Bücher und andere schriftliche Ausarbeitungen als auch DVDs, Filme und Internet-Präsentationen. Der Jury gehörten Vertreterinnen und Vertreter des Kultusministeriums, des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde sowie des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz sowie der Landesdirektion Chemnitz an.

Die Preisträger in den einzelnen Kategorien sind:

Schülerpreis (500 Euro):
Anne Kozian, Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz,
für Idee, Konzeption und Produktion der DVD "Beeindruckende Begegnungen. Julius Mosens Wirkungsstätten in Deutschland."

Schülerpreis (500 Euro):
Justus Rudert, Hans-Erlwein-Gymnasium Dresden,
für seine Arbeit "Pimpfe erleben den Grenzlandwinter. Suche, Interpretation und historische Einordnung eines an der Hans-Schemm-Schule Dresden-Gruna entstandenen NS-Amateurfilms."

Jugendförderpreis - Bewerber bis 26. Jahre (1000 Euro):
Niels Seidel aus Berthelsdorf
für seine Arbeit "Die KZ-Außenlager Görlitz und Rennersdorf 1944/45. Ein Beitrag zur Aufarbeitung der Geschehnisse im Konzentrationslager Groß-Rosen."br>

  1. Preis (3000 Euro):
    Manfred Müller aus Hohburg
    für seine Arbeit "Hohburger Dorfbuch. Menschen, Geschichte und Natur einer sächsischen Siedlung."

  2. Preis (1500 Euro)
    Thomas Helm aus Eibenstock
    für seine Arbeit "E Hüttl när aus Holz gebaut - Blockbauweise im Auersberggebiet. Ein Beitrag zur Hausforschung im Westerzgebirge."

  3. Preis (1000 Euro):
    Hans-Werner Otto aus Bischofswerda
    für seine Arbeit "Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz. Verzeichnis der in der sächsischen und brandenburgischen Oberlausitz wildwachsenden Gefäßpflanzen sowie der forst- und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und der verwilderten Zierpflanzen."

Außerdem zeichnete der Kultusminister fünf weitere Heimatforscher "für herausragende Leistungen und Verdienste auf dem Gebiet sächsischer Heimatforschung" oder besonders interessante Zugänge zu heimatforscherischen Fragestellungen mit einer Ehren-Urkunde aus:

Carsten Claus aus Einsiedel:
Gewürdigt wird sein neuartiger Zugang zur Heimatgeschichte: Die stetig weiter ausdifferenzierte und fortgeschriebene Internet-Präsentation einer illustrierten Ortschronik von Einsiedel. Das Medium lädt insbesondere auch junge Menschen ein, sich mit Lokalgeschichte zu befassen.

Horst Torke aus Pirna:
Die Auswertung der Beilagen zu den "Meilenblättern" im Buch "Die Sächsische Schweiz im ausgehenden 18. Jahrhundert" ist ein weiteres, beeindruckendes Ergebnis seiner kontinuierlichen Erforschung dieser Region. Die von ihm erschlossenen Quellen sind vielen Fachgebieten von Nutzen.

Wolfgang Mann aus Chemnitz:
Er hat die Geschichte der Sektion Chemnitz des Deutschen Alpenvereins, deren Unterlagen im Krieg vernichtet wurden, recherchiert und rekonstruiert. Sein großes Engagement trägt dazu bei, das Wissen über diesen traditionsreichen, 1990 wieder gegründeten Verein zu verbreiten.

Jakob Reif aus Dresden:
Unter seiner Leitung erfassten junge Ornithologen mit hohem zeitlichem Aufwand und wissenschaftlicher Genauigkeit den Brutvogelbestand des Großen Gartens in Dresden. Die entstandene Publikation gibt auch wertvolle Hinweise für den Schutz der Vogelwelt in diesem städtischen Biotop.

Dr. Eberhard Ulm aus Leipzig:
Mit Schülerinnen und Schülern der von ihm geleiteten "Henriette Goldschmidt-Schule - Berufliches Schulzentrum Sozialwesen der Stadt Leipzig" realisierte er das Projekt "Judenhäuser in Leipzig 1939 - 1945". Eine daraus entwickelte Führung ist auch im Internet abrufbar.

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