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Hessischer Lese-Förder-Preis 2008 geht an vier Bibliotheken

Staatsministerin Lautenschläger zeichnet Büchereien in Dietzhölztal, Kalbach, Lampertheim und Lauterbach aus / Ehrenurkunde für Konrektorin der Aue-Schule in Dietzenbach

Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Auszeichnungen, Bibliotheken, Hessen, Leseförderung, Medienkompetenz, Stiftungen, Sonderthemen
Wiesbaden, 24.11.2008 -

Die Büchereien Dietzhölztal (Lahn-Dill-Kreis), Kalbach (Landkreis Fulda), Lampertheim (Landkreis Bergstraße) und Lauterbach (Vogelsbergkreis) sind die Gewinner des Hessischen Lese-Förder-Preises 2008. An dem vor neun Jahren eingeführten Wettbewerb, durch den Kinder und Jugendliche an die Welt der Bücher herangeführt werden sollen, hatten sich diesmal mit 33 Bibliotheken so viele wie nie zuvor beteiligt.

"Die Hessische Landesregierung vergibt mit der insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung einen bundesweit einmaligen Preis, um wertvolle kreative Initiativen zu unterstützen, die oft viel zu wenig wahrgenommen werden", sagte Staatsministerin Silke Lautenschläger bei der Übergabe der Ehrungen im Frankfurter Mousonturm. "Öffentliche Bibliotheken sind unverzichtbarer Bestandteil der Lesekultur in unserer Gesellschaft und bieten jedem, ob Groß oder Klein, die Möglichkeit, das Abenteuer lesen für sich zu entdecken."

Staatsministerin Lautenschläger verlieh gleichzeitig Barbara Busch, der Konrektorin der Aue-Schule in Dietzenbach (Grundschule Landkreis Offenbach), die "Ehrenurkunde für Kultur und Kunst" des Landes. An der Aue-Schule werden besonders viele Kinder unterrichtet, deren Eltern eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen. Gemeinsam mit der Hessischen Leseförderung, den Eltern und Kindern hat sie seit 2004 Jahr für Jahr immer neue und interessante Projekte realisiert, die bei den Schülerinnen und Schülern die Lust an Büchern wecken. "Ihre hervorragenden Ideen, ihr großes Geschick, ihre Fantasie, ihre Klugheit und ihr großartiges Engagement für die Kinder, haben die Leseprojekte der Aue-Schule in Dietzenbach in den vergangenen vier Jahren zum Laufen und zum Erfolg gebracht", sagte die Ministerin.

Eine unabhängige Jury aus Vertretern öffentlicher Büchereien, der Rechtsträger öffentlicher Büchereien, des Deutschen Bibliotheksverbands – Landesverband Hessen –, der Stiftung Lesen und der Geschäftsstelle Hessische Leseförderung hatte unter der Rekordzahl von 33 Bewerbungen jeweils fünf hauptamtlich und fünf ehrenamtlich geleitete Büchereien für den Hessischen Lese-Förder-Preis nominiert, die allesamt eine Ehrenurkunde erhielten.

Preisträger der hauptamtlich geleiteten Bibliotheken – die Stadtbüchereien Lampertheim und Lauterbach – erhalten ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro.

"Lesen im kleinen Dreieck – Abenteuer Weltraumwissen" ist der Titel des Projekts der Stadtbibliothek Lampertheim, bei dem sich neun Monate lang in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Büchereien und drei Grundschulen alles um das Thema Weltall drehte. Es gab Infoveranstaltungen für Lehrer, Buch- und Materialpakete für Vertretungsschüler, ein gemeinsames Logo, lokale und zentrale Auftaktveranstaltungen, Unterrichtsprojekte, ein Gespräch mit dem Initiator des Kunstprojekts "Planeten in Deutschland", Autorenlesungen, ein Quiz, Plakataktionen, eine "intergalaktische Weltraumführung", Lese-Aktionsspiele und vieles mehr.

Die Stadtbücherei Lauterbach wurde für ihre "Leselotte" ausgezeichnet. Sie ist eine Riesenausgabe des klassischen Bücherwurms mit einem großen Filzkopf und 28 einzelnen Taschen. In jeder Tasche ist ein Buch. Die Leselotte kommt für vier Wochen zu Besuch in die Kindergärten. In dieser Zeit können sich die Kinder die Bücher ausleihen und auch mit nach Hause nehmen. Es gibt einen "Leselottensong", einen "Leselottenkalender", ein "Reisetagebuch der Leselotte", einen "Leselottenkönig" oder eine "Leselottenkönigin" und zum Schluss ein "Leselottenfest" mit Kindern und Eltern. Das Projekt, das in den nächsten Jahren weitergeführt wird, hatte bei seinem Start 2008 das Thema "Fremdsein, Anderssein, Toleranz, Integration". Dafür wurden auch Bücher in den Sprachen der mitmachenden Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund angeschafft.

Die ehrenamtlich geleitete Bücherei Dietzhölztal bekommt 3.500 Euro für das Projekt "Das Buch in der Kiste". Hier gestalteten Schulklassen einen Schuhkarton mit fünf Gegenständen aus ihrem aktuellen Lieblingsbuch und einem kurzen Steckbrief zu Inhalt und Autor. Bei einem Fest wurden die elf Kartons in der Bücherei aufgestellt, in einer Kiste daneben die Bücher. Ein Autorensuchspiel und spontane Lesungen ergänzten die Installation.

Die ebenfalls ehrenamtlich geführte Bücherei im Kalbacher Ortsteil Mittelkalbach wird mit 1.500 Euro für ihr Projekt "Fußball einmal anders" ausgezeichnet. Dabei wurde im September 2007 ein turbulenter, aktiver, bunter, unterhaltsamer Tag mit Sportvereinen, prominenten Fußballspielern, einer Lesung des Altbürgermeisters aus dem Buch "Planet Fußball", einem Fußballquiz, einer Torwand und Sönke Wortmanns Film "Deutschland, ein Sommermärchen" veranstaltet.

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