GEW Nordrhein-Westfalen
Ganztag light belastet Schulen
GEW fordert Investitionsprogramm für Ganztagsschulen in NRW
Mehr zu: Ausstattung, Bildungsausgaben, Ganztagsschule, Hauptschule, Nordrhein-Westfalen, SchuleDas geringe Echo der Gymnasien und Realschulen auf die Ganztagsoffensive der Landesregierung liegt nach Überzeugung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an den viel zu knapp bemessenen Investitionsmitteln, die das Land hierfür zur Verfügung stellt.
Deshalb fordert die GEW die Landesregierung auf, zur Finanzierung des erforderlichen Ausstattungs- und Raumstandards für Ganztagsschulen ein umfangreiches Investitionsprogramm aufzulegen. Dieses Programm soll den ursprünglichen Vorgaben für die Finanzierung der Ganztagssysteme aus den Mitteln des aufgezehrten Bundesinitiativprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) entsprechen.
Die derzeitige Situation in NRW: Während für einen durchschnittlichen Hauptschulganztag immerhin rund 1,5 Millionen € an Investitions- und Ausstattungskosten aus Bundesgeldern zur Verfügung standen, sollen nun Realschulen und Gymnasien als größere Systeme mit ungleich weniger Geld auskommen, um zunächst geeignete Räumlichkeiten für Aufenthalts- und Verpflegungszwecke zu schaffen. Das Land stellt dafür 100 000 € zur Verfügung, von den Kommunen kann um nochmals 100.000 € aufgestockt werden.
"Damit lässt sich kein Raumprogramm und keine Ausstattung sicherstellen, die auch nur in Ansätzen den Erfordernissen eines Ganztagsbetriebs entspricht", erklärte dazu Norbert Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW. Schulen in den zahlreichen armen Kommunen des Landes hätten das Nachsehen. Schon den Eigenanteil von 100.000 € können sie nur zu Lasten der allgemeinen Schulsanierung, die seit Jahren zusammengestrichen wird, aufbringen. Millionen-Investitionen für Ganztagsschulen würden ihnen von der Kommunalaufsicht untersagt. Nur in den wenigen Städten und Gemeinden, die Millionen zuschießen könnten, seien qualitativ hinreichende Bedingungen für den Ganztag möglich.
GEW-Vize Müllers abschließende Kritik: "Die Landesregierung weiß, dass die meisten Kommunen des Landes mit Haushaltssicherungskonzepten oder Nothaushaltsbedingungen kämpfen. Es ist von daher politisch unlauter, eine nicht durchfinanzierte Ganztagsoffensive zu propagieren."
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