Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), freut sich über die guten Ergebnisse der Grundschüler bei den internationalen Grundschul-Lese-Untersuchungen IGLU und beim internationalen TIMSS-Schultest und sieht darin, dass das bayerische Bildungssystem hoch leistungsfähig ist und unsere Schülerinnen und Schüler Leistung zeigen können.
"Daraus jedoch abzuleiten, dass alle Kinder weiter gemeinsam über die 4. Jahrgangsstufe hinaus in eine Schule gehen sollen, widerspricht den Ergebnissen renommierter Bildungsforschern, wie z. B. Professor Rainer Lehmann. Er hat bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen mit Tausenden von Grundschülern festgestellt, dass die sechsjährige Grundschule die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung bremst. Wer sechs Jahre Grundschule propagiert, nimmt in Kauf, dass die guten Schüler nicht so viel erreichen, wie es ihren Möglichkeiten entspräche.
Es wäre also weder den Schülern noch den Eltern gegenüber fair, sie in diesem starren Korsett der einheitlichen Schule über das 10. Lebensjahr hinaus zu belassen und sie nicht nach ihren individuellen Talenten und Begabungen zu fördern."
Dass es beim Thema Übertritt noch einiges zu verbessern gibt, ist unumstritten. Jedoch muss auch beim wichtigsten Übertritt, nämlich beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule, unbedingt nachgebessert werden. Wir verantwortlichen Erwachsenen müssen u.a. dafür Sorge tragen, dass Kinder mit Migrationshintergrund oder aus schwierigen Familiensituationen nicht schon vor Schulbeginn Nachteile erfahren, weil sie z. B. sprachliche und soziale Nachteile mitbringen.
"Wir sind jedoch sehr optimistisch, dass wir hier sehr vielen Kindern schnell und unkompliziert helfen könnten, um ihnen eine bessere Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu bieten!", so Anton Huber abschließend.