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Pressemeldung von: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

In allen Ländern können Grundschülerinnen und Grundschüler beim Lesen im internationalen Vergleich sehr gut mithalten

Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zu den Ergebnissen des Ländervergleichs von IGLU 2006

Berlin / Bonn, 09.12.2008

Der vorgelegte Bericht zum IGLU-Ländervergleich informiert in Ergänzung zum internationalen Bericht vom Dezember 2007 über das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern an deutschen Grundschulen im Vergleich der 16 Länder und im internationalen Vergleich mit 45 Staaten. Darüber hinaus bietet der Ländervergleich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedingungen in den Ländern empirisch abgesichertes Wissen über wichtige schulische, schulorganisatorische und unterrichtliche Merkmale.

I Zentrale Befunde

II Zentrale Herausforderungen

Ungeachtet der guten Stellung der Länder im internationalen Vergleich wird auch eine Reihe von Herausforderungen deutlich:

III Bildungspolitische Folgerungen

Die Länder sehen sich in ihren Aktivitäten bestätigt, die Unterrichtsentwicklung auf die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler auszurichten und damit eine hohe Leistungsfähigkeit der Grundschulen im internationalen Vergleich zu erreichen. Um die bestehenden Herausforderungen zu meistern, werden Schwerpunkte gesetzt, die sich an die Empfehlungen zu den Ergebnissen von PIRLS/IGLU 2006-International und an die Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zu den Ergebnissen des Ländervergleichs von PISA 2006 anschließen:

1. Gezielte Förderung der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler als Schwerpunkt gemeinsamer Aktivitäten

Neben der Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit und einer Intensivierung von Maßnahmen unterstreichen die vorliegenden Ergebnisse die von der Kultusministerkonferenz vorgesehene gemeinsame Initiative zur Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler:

2. Den Unterricht weiter entwickeln

Aus den Ergebnissen des IGLU-Ländervergleichs ergibt sich eine Reihe von Hinweisen, um die Effizienz des Leseunterrichts zu erhöhen sowie Kinder aus bildungsfernen Milieus und Kinder mit Migrationshintergrund besser zu fördern (z.B. zielgerichteter Einsatz förderdiagnostischer Verfahren, Steigerung der Lesemotivation vor allem von Jungen, fächerübergreifende Leseförderung). Auch in Zukunft sehen sich die Länder in der gesamtstaatlichen Verantwortung, weiterhin gemeinsame Vorhaben zur Unterrichtsentwicklung durchzuführen. Seit 2007 bzw. 2008 führen die Länder bereits folgende gemeinsame Projekte durch:

3. Für Transparenz sorgen und auf Qualitätssicherung setzen

Wie in der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring festgelegt, werden die Länder auch in Zukunft an internationalen und nationalen Schulleistungsuntersuchungen teilnehmen.

Ab 2009 werden die Länder für Schülerinnen und Schüler der Grundschule und der Sekundarstufe I die Erreichung der Bildungsstandards in einem Ländervergleich überprüfen.

Darüber hinaus werden jährliche länderübergreifende Vergleichsarbeiten für die Grundschule und für die Sekundarstufe I (VERA 3 und VERA 8) durchgeführt, die regelmäßig wichtige Informationen für die gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler bereit stellen. Die Länder werden alle Verfahren zur Evaluation schulischer Arbeit (VERA, Schulinspektion, externe und interne Evaluation) so weiterentwickeln, dass die Möglichkeiten zur Nutzung der vorliegenden Daten für die Schul- und Unterrichtsentwicklung insgesamt und für die Förderung der leistungsschwächeren Schülergruppe im Besonderen ausgeweitet werden.

IV Anlage der Studie

PIRLS/IGLU (Internationale Grundschul-Leseuntersuchung) ist eine Schuleistungsstudie der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA), an der sich Deutschland im Jahre 2006 zusätzlich mit einem Ländervergleich beteiligt hat. Mit dieser Studie wird das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet. Darüber hinaus werden einige Rahmenbedingungen wie familiäre, schulische und unterrichtliche Faktoren untersucht. Weitere Ergeb-nisse zu Forschungsfragen auf Grundlage der nationalen Ergänzung zu IGLU 2006, z.B. zur Schuleingangsphase, zu Ganztagsangeboten oder zum Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe, werden in einem dritten Ergebnisbericht Anfang 2009 veröffentlicht.

In Deutschland haben alle 16 Länder an dieser Studie teilgenommen. Um einen Ländervergleich innerhalb Deutschlands zu ermöglichen, wurden insgesamt fast 8.000 Schülerinnen und Schüler an über 400 Schulen getestet. Da PIRLS/IGLU nicht die mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen von Grundschülerinnen und -schülern berücksichtigt, hat sich Deutschland an der Studie Trends in Mathematics and Science Study (TIMSS 2007) beteiligt. Die Ergebnisse dieser Studie werden gesondert veröffentlicht.

IGLU 2006-E wurde im Auftrag der Kultusministerkonferenz in der Bundesrepublik Deutschland unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund durchgeführt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie unter www.iglu.ifs-dortmund.de/aktuelles/html.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder / bildungsklick.de


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