Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
IGLU-E: Riesenerfolg für Thüringen, Spitzenergebnis für Sachsen-Anhalt
Mehr zu: Deutschland, Föderalismus, Grundschule, Heterogenität, IGLU-Studie, Lesekompetenz, Sachsen-Anhalt, Statistik, Stundentafel, TIMSS (Studie), SchuleSachsen-Anhalt belegt im Ländervergleich der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchungen (IGLU-E) den vierten Platz und ist mit 555 Punkten in die Spitzengruppe aufgerückt. Nur ein Punkt trennt es von Sachsen (556), 7 von Bayern (562). Thüringen führt das Spitzenfeld mit 564 Punkten an und liegt damit nach Russland punktgleich mit Hongkong auf Rang 2 des internationalen Vergleichs. Der Feistaat bestimmt in einem der vier Testbereiche zur Lesekompetenz, dem Umgang mit literarischen Texten, sogar den Weltstand.
"Offensichtlich tragen in Sachsen-Anhalts Grundschulen die Einführung der kompetenzorientierten Lehrpläne, die Veränderungen der Stundentafel zugunsten der Kernfächer und die Konzepte zur individuellen Förderung inzwischen Früchte", kommentierte Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz die guten Ergebnisse für das Land. Die kritische Gruppe der 10-jährigen Kinder, deren Lesefähigkeit unterhalb der Kompetenzstufe III liegt, bewegt sich in Deutschland zwischen 6,8 % (Thüringen) und 24,9 % (Berlin). Sachsen-Anhalt hat hier mir 8,4 % den zweitniedrigsten Wert erreicht.
Die Studie zeigt für Deutschland insgesamt gute Resultate. Die Ergebnisse der Länder liegen dicht beieinander im oberen Leistungsviertel des internationalen Vergleichs und durchgehend über dem OECD-Mittelwert; auch die drei Stadtstaaten, die im Ländervergleich das Schlusslicht bilden, bewegen sich im EU-Durchschnitt.
Zugleich hat die Länderstudie zu IGLU eine Reihe fortbestehender Probleme aufgezeigt. Nach wie vor gibt es eine starke Kopplung von sozio-ökonomischem Status der Eltern und Lesekompetenz. So liegt der Leistungsvorsprung von Kindern aus Elternhäusern mit mehr als 100 Büchern in Deutschland zwischen 70 Punkten (Berlin) und nur 25 in Bayern. In Sachsen-Anhalt gibt es hier mit 32 Punkten den drittgeringsten Abstand, was Olbertz zufolge für eine beträchtliche Ausgleichsleistung der Grundschule spreche. "Den Grundschulen in Deutschland gelingt es insgesamt aber nur begrenzt, die unterschiedlichen Lernausgangsvoraussetzungen der Kinder auszugleichen - gemeinsames Lernen allein garantiert offenbar noch keinen angemessenen Umfang mit der wachsenden Heterogenität in den Schulklassen", so Olbertz.
Die Unterstützung der Lesesozialisation im Elternhaus und das Lesevergnügen der Kinder sind der Studie zufolge in Sachsen-Anhalt gering ausgeprägt. "Dass unsere Schülerinnen und Schüler beim Lesen dennoch so gut abschneiden, spricht für den Ausgleich unterschiedlicher Lernausgangsbedingungen durch die Grundschule, zeigt aber auch dringenden Handlungsbedarf auf Seiten der Eltern". Olbertz appellierte an die Eltern, ihren Kindern Bücher zu schenken, ihnen häufiger vorzulesen und sich auch vorlesen zu lassen. Gerade die bevorstehende Weihnachtszeit biete dafür einen guten Anlass. Die Lesekultur in den Familien müsse dringend gestärkt und gefördert werden.
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