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Thüringer Schülerinnen und Schüler sind Spitze

Mehr zu: Bildungschancen, Bildungsgipfel, Deutschland, Europa, Grundschule, IGLU-Studie, KITA, Lesekompetenz, Schavan, Statistik, TIMSS (Studie), Schule
Berlin, 09.12.2008 -

Viertklässler aus Thüringen haben bei der neuen Iglu-Grundschulstudie im Vergleich der Bundesländer den ersten Platz belegt - sie können am besten Texte lesen und verstehen. Beim Lesen von literarischen Texten sind sie sogar weltweit die Besten.

Aber auch die Grundschulen in den anderen Ländern schneiden gut ab. Sie liegen fast alle über EU- und OECD-Durchschnitt.

Das ist das Ergebnis der von der Kultusministerkonferenz vorgestellten nationalen Erweiterungsstudie der internationalen Leseuntersuchung IGLU. IGLU steht für Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung.

Bund und Länder sind sich nach den Worten von Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der Kultusministerkonferenz-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer einig: Die Bildungsreformen machen sich bezahlt und müssen fortgesetzt werden.

Größte Herausforderung sind Kinder mit Migrationshintergrund. Aber: Die Grundschule in Deutschland hat sich in den vergangenen 15 Jahren stetig immer weiter verbessert. Das ist ein klarer Trend.

IGLU-E - die bundesdeutsche Erweiterungsstudie

Über 400 Schulen beteiligten sich an dem Vergleich der Länder und im internationalen Vergleich mit 45 Staaten. Dabei standen nicht nur die Leseleistungen und das Textverständnis der Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen im Vordergrund. Befragt wurden auch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitungen. Ein Ergebnis der Studie: Die Eltern müssen mehr mit ihren Kindern lesen!

Signifikant über dem Durchschnitt

IGLU-E schlüsselt die Untersuchungsergebnisse der in der internationalen IGLU-Studie 2006 dokumentierten guten Leseleistungen deutscher Grundschülerinnen und Grundschüler im bundesdeutschen Ländervergleich auf. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 14 von 16 Ländern liegen über dem EU- und dem OECD-Mittelwert. Thüringen gehört auch national zur absoluten Spitzenklasse.
  • Schlusslichter sind Berlin, Hamburg und Bremen. Aber auch sie liegen im EU-Durchschnitt.
  • Die Leistungsdifferenz zwischen schwachen und starken Lesern ist erheblich. In Bayern ist die Lücke am geringsten.
  • Besonders schlecht schneiden Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ab.
  • In keinem Land der Europäischen Union sind die Leseleistungen signifikant höher als bei den deutschen Viertklässlerinnen und Viertklässlern.
  • Die Differenz zwischen Mädchen und Jungen ist in keinem der Teilnehmerstaaten geringer als in Deutschland.
  • Zwischen 2001 und 2006 sind die Leseleistungen in Deutschland gestiegen.

Besonders erfreulich: In fast allen Ländern haben die Schülerinnen und Schüler eine sehr positive Einstellung zum Lesen.

Lesekompetenz benachteiligter Kinder stärken

Die Studie belegt aber auch: Die Abhängigkeit der Lesekompetenz von der sozialen Herkunft bleibt eine zentrale Herausforderung der Bildungspolitik. Besonders Probleme mit dem Lesen haben Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Sie stärker individuell zu fördern ist zentrale Herausforderung.

Dabei geht es um mehr als nur um das Lesen: Leseverständnis ist für den Lernerfolg in allen Fächern bedeutsam. Und es ist wesentliche Voraussetzung für die Teilhabe in nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen.

Die frühe Förderung in Kindertageseinrichtungen, aber auch im Elternhaus, ist dabei unverzichtbar.

Reformen wirken nicht von heute auf morgen

Die Wirkung der zahlreichen Maßnahmen zur Verbesserung der sprachlichen Kompetenzen von Kindern - gerade auch mit Migrationshintergrund - können erst längerfristig greifen.

Die Länder haben zugesagt, dass bis zum Jahr 2012 jedes Kind mit der Einschulung ausreichende Deutschkenntnisse hat. Ganztagsschulen fördern Kinder verstärkt individuell. Allein der Bund finanziert bis heute mehr als 7000 Ganztagsschulangebote.

Auf dem Bildungsgipfel im Oktober dieses Jahres haben sich Bund und Länder auf höhere Bildungsausgaben bis 2015 verständigt. Außerdem vereinbarten sie dort konkrete Maßnahmen für ein noch besseres Schulsystem.

Bildungsgipfel

Seit 1997 nimmt Deutschland an drei internationalen Vergleichsuntersuchungen teil. Das sind die Schulleistungsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) der OECD, PIRLS/IGLU sowie TimsS. PIRLS/IGLU steht für Progress in International Reading Literacy/Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung. TimsS steht für "Trends in International Mathematics and Science Study".

Mit PIRLS/IGLU 2006 wurde das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet. In Deutschland nahmen alle 16 Bundesländer an der Studie teil, ebenso an IGLU-E 2006, der nationalen Erweiterungsstudie.

Kontext:
Zusammenfassung der Vergleichsstudie IGLU-E 2006 (pdf)
PIRLS/IGLU 2006

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