GEW Schleswig-Holstein
IGLU-Studie über Grundschulkinder: Soziale Ungleichheit trübt gutes Ergebnis
Mehr zu: Bildungsbericht, IGLU-Studie, Leseförderung, PISA (Studie), Schleswig-Holstein, Statistik, VERA (Studie), Vergleichsarbeiten, Schule"Die Leseleistungen der Grundschul-Kinder in Schleswig-Holstein sind gut. Bei aller Fragwürdigkeit der immer stärker um sich greifenden Testeritis darf man sich darüber durchaus freuen. Trotz schwieriger Bedingungen schaffen es die Grundschulen anscheinend mit gemeinsamem Unterricht aller Schüler gute Leistungen zu erzielen. Auch der Anteil von Schülern mit schwachen Leseleistungen liegt nur halb so hoch wie später bei den 15-jährigen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Dienstag, den 9.12.08 zum IGLU-Bundesländervergleich, der heute in Berlin veröffentlicht wurde. Er warnte das Bildungsministerium davor, diese Erfolge durch schlecht vorbereitete Reformen wie die Einführung des Jahrgangsübergreifende Unterricht zu gefährden.
Der GEW-Landesvorsitzende kritisierte die in der IGLU-Studie wieder zu Tage getretene soziale Ungerechtigkeit unseres Bildungssystems. "Die Schulleistungen sind auch an der Grundschule in erschütternder Weise von der sozialen Herkunft der Eltern abhängig. Arbeiterkinder müssen Super-Schüler sein, damit Lehrkräfte ihnen eine Gymnasialempfehlung geben und ihnen zutrauen, das Abitur zu schaffen. Bei Akademikerkindern reichen hingegen durchschnittliche Leistungen", so Matthias Heidn. Die Verantwortung für diesen gesellschaftlichen Skandal trügen aber nicht die Lehrkräfte, sondern sie sei logische Konsequenz des frühen Sortierens der Kinder nach Klasse 4 im deutschen Schulsystem. Schließlich müssten die Lehrkräfte bei der Übergangsempfehlung eine Prognose über den voraussichtlichen Schulerfolg abgeben. Bei Akademikerkindern könnten da Nachhilfestunden quasi mit eingeplant werden, die für Arbeiterkinder aus finanziellen Gründen nie und nimmer in Frage kämen.
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