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Ahnen: Bei IGLU-E erneut sehr gute Werte für Schulen im Land

Rheinland-pfälzische Grundschülerinnen und Grundschüler waren erfolgreich und rangieren in der internationalen Spitze

Mehr zu: Deutschland, Europa, Föderalismus, Grundschule, Heterogenität, IGLU-Studie, Lesekompetenz, Rheinland-Pfalz, TIMSS (Studie), Schule
Mainz, 09.12.2008 -

Wenige Wochen nach dem Ländervergleich PISA-E zeichnet auch die nationale Ergänzungsstudie zur Internationalen Grundschuluntersuchung in der Lesekompetenz (IGLU-E) ein erfreuliches Bild für die rheinland-pfälzischen Grundschulen. Die untersuchten 1.300 Viertklässlerinnen und Viertklässler erreichten im Schnitt 554 Punkte und liegen damit über dem Wert für Deutschland (548 Punkte), über dem OECD-Mittelwert (537 Punkte) sowie über dem EU-Vergleichswert (534 Punkte).

Beim internationalen Vergleich von IGLU, der am 28. November 2007 veröffentlicht worden war, hatte Deutschland bereits sehr gut abgeschnitten. Das überdurchschnittliche Abschneiden der rheinland-pfälzischen Grundschulen im nationalen Vergleich (Platz 5) führt nun dazu, dass Rheinland-Pfalz auch international in der Spitze rangiert.

"Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis für unsere Grundschulen. Zusammengenommen mit der deutlichen Verbesserung bei PISA-E festigt dieses Abschneiden – bei aller Unsicherheit von Vergleichsstudien – den Eindruck, dass die bildungspolitischen Reformen und die großen Anstrengungen der Schulen zu greifen beginnen. Aber auch heute gilt: Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Bemühungen, möglichst alle Kinder optimal zu fördern", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen bei der Vorstellung der IGLU-E-Ergebnisse heute in Mainz.

Zu den positiven Einzelbefunden für Rheinland-Pfalz gehöre der sowohl im internationalen als auch im nationalen Vergleich unterdurchschnittliche Anteil an sehr schwachen Schülerinnen und Schüler (9,9% gegenüber 13,2% im Schnitt aller deutschen Länder), unterstrich Doris Ahnen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler auf der höchsten Kompetenzstufe sei gleichzeitig überdurchschnittlich (11,3% bei einem Länderschnitt von 10,8%). Nach Ansicht der Wissenschaftler gebe es hier in ganz Deutschland noch deutliche Entwicklungspotentiale. Positiv stellten die Wissenschaftler zugleich heraus, dass die Leistungsstreuung in den Grundschulen relativ gering sei.

Eine große Herausforderung bleibe die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund, die nach wie vor deutlich schlechter abschneiden als ihre Altersgenossen, deren Eltern in Deutschland geboren wurden, betonte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin. Hier setze Rheinland-Pfalz große Hoffnung in den Ausbau der frühkindlichen Bildung und insbesondere das jetzt im dritten Jahr laufende flächendeckende Sprachförderprogamm mit dem Schwerpunkt auf dem letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung sowie auf den weiteren Ausbau der Ganztagsschulangebote. Erfreulich gering sei dagegen der Abstand zwischen Jungen und Mädchen in der Lesekompetenz in Rheinland-Pfalz bei gleichzeitig hohem Niveau, hielt Doris Ahnen weiter fest. Unterdurchschnittlich falle im Land auch der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb aus. Während der kleine Anteil der Schülerinnen und Schüler, die nach eigenen Angaben außerhalb der Schule nie oder fast nie zum Vergnügen lesen, im Land etwas höher ausfalle als im Bundesdurchschnitt zeige sich andererseits bei der Unterstützung im Elternhaus ("Lesesozialisation") ein leicht überdurchschnittlicher Wert.

"Leistungsfähigkeit und Chancengleichheit sind für uns zwei Seiten einer Medaille – das wird auch die Messlatte für die Zukunft bleiben", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen. Die Grundschuluntersuchung zeige auch, dass Förderung in heterogenen Lerngruppen sehr erfolgreich sein könne. Dies sei Ansporn für die weitere gezielte Unterstützung der Grundschularbeit, aber auch Beleg für die Chancen der in den nächsten Monaten anstehenden Umsetzung der Schulstrukturreform. "Ein Moment der Freude kann den Schulen neue Kraft für die vor uns liegenden Aufgaben geben", wünschte sich die Ministerin abschließend.

Hintergrund:
An IGLU – das ist die deutsche Abkürzung für die international übliche Bezeichnung PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) – hat sich Deutschland im Jahr 2006 zum zweiten Mal beteiligt. Organisiert wird die weltweite Studie von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) mit Sitz in Amsterdam. Schon beim ersten IGLU-Durchgang mit deutscher Beteiligung im Jahr 2001 gab es gute Ergebnisse für die Lesekompetenz der deutschen Grundschülerinnen und Grundschüler. Deutschland landete damals unter 35 Staaten im ersten Drittel. Beim internationalen Vergleich 2006 verbesserte sich diese Position noch. Die deutschen Grundschulen erreichten in der Lesekompetenz einen Platz in der europäischen Spitzengruppe und mit 548 Punkten einen Wert, der deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 537 Punkten lag. An IGLU 2006 hatten bundesweit rund 8.000 Schülerinnen und Schüler aus etwa 400 Grundschulen und Förderschulen teilgenommen. In Rheinland-Pfalz waren 1.300 Schülerinnen und Schüler aus 24 Grundschulen und der Primarstufe einer Förderschule beteiligt.

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