URL: http://bildungsklick.de/pm/65012/iglu-ergebnisse-von-2006-lesefoerderung-zeigt-nur-langsam-wirkung/
Pressemeldung von: Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft Bremen

IGLU-Ergebnisse von 2006: Leseförderung zeigt nur langsam Wirkung

Bremen, 09.12.2008

Bei der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) wurden im Jahr 2006 auch Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgänge aus 26 Bremer Grundschulen in Lesen und Textverständnis getestet. Die Schülerinnen und Schüler mussten Informationen im Text erkennen, wiedergeben, Schlussfolgerungen ziehen und diese bewerten. Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit dem 11. Platz zwar im oberen Drittel der 45 teilnehmenden Staaten, Bremen hat aber im Vergleich der Bundesländer untereinander noch immer den letzten Platz inne. Das hat sich seit der ersten Lesestudie 2001 nicht geändert.

Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper: "Auch wenn es beachtliche Zuwächse und eine Annäherung an den Stadtstaat Hamburg gibt, so bin ich dennoch enttäuscht, dass Bremen erneut den letzten Platz belegt."

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper zu den Ergebnissen: "Wir dürfen die qualitative Entwicklung von Schulen nicht nur auf die Sekundarstufe I konzentrieren, sondern müssen auch die Grundschulen im Blick behalten. Insbesondere geht es um Grundschulen in sozial schwierigen Lagen. Maßnahmen müssen weiter verstärkt werden, die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund erfordert unsere Aufmerksamkeit. Besonders wichtig sind die Übergänge von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Schülern, die mit mangelnden Lesefähigkeiten jetzt dort ankommen, muss geholfen werden, damit sie den Anschluss schaffen."

Folgende Maßnahmen werden verstärkt:

"Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für den Wissenserwerb", sagte Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper. "Studien belegen, dass Kinder mit Vorlese- und Erzählerfahrung bereits in der Grundschule einen Vorsprung vor Altersgenossen haben, die abends ohne Geschichte ins Bett gehen müssen." Die Bildungssenatorin verwies in diesem Zusammenhang auf alarmierende Ergebnisse der aktuellen Studie der Stiftung Lesen. Danach haben 45 Prozent der 14- bis 19-Jährigen erklärt, dass sie als Kind nie ein Buch geschenkt bekamen. Die Zahl der Bücher pro Haushalt sinke kontinuierlich, und jeder vierte Deutsche lese nach Selbstauskunft überhaupt keine Bücher. "Eltern können viel tun, wenn sie ihren Kindern vorlesen, ihnen Geschichten erzählen und zu Hause eine aufgeschlossene Atmosphäre für Bücher schaffen", sagte die Senatorin. Das erleichtere die Arbeit der Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer. "Weihnachten steht vor der Tür, schenken Sie Ihren Kindern ein Buch", gab sie einen Tipp.

Anlage: IGLU-Beispielaufgaben


Zur Veröffentlichung freigegeben - Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft Bremen / bildungsklick.de


Zurück zur Meldung