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VBE-Wunschzettel: Alle Lehrer sind Lehrer

Ungleichbehandlungen in Ausbildung, Arbeitszeit und Besoldung beseitigen

Mehr zu: Baden-Württemberg, Heterogenität, Lehrerbildung, Politische Bildung, Schulgesetz, Vergütung, Schule
Stuttgart, 15.12.2008 -

Nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg müssen alle Lehrkräfte in Ausbildung, Arbeitszeit und Besol­dung endlich gleichgestellt werden. Die Grundlage dazu muss in einer tief greifenden Reform der Lehrerausbildung gelegt werden. Wer aus Gerech­tigkeitsgründen Bildungsreformen für Schüler vorantreiben will, darf bei der Lehrerschaft nicht wegsehen. "Alle Lehrer sind Lehrer" steht auf dem Weihnachtswunschzettel des VBE, denn noch immer sind einige "gleicher".

Dass die Arbeit der Lehrer je nach Schulart verschieden ist, hat nach den jüngs­ten bildungspolitischen Diskussionen im Land jeder verstanden. Unverständlich bleibt jedoch weiterhin, warum Lehrer nach wie vor unterschiedlich lang ausge­bildet und unterschiedlich hoch bezahlt werden und warum sie unterschiedlich hohe Deputate (Wochenstundenverpflichtungen) haben. Obwohl alle Schularten laut Schulgesetz (Paragraf 4) gleichwertig sind, werden manche Lehrer noch im­mer als "besondere" Lehrer gehandelt. So gibt es nach wie vor die in hierarchi­sche Strukturen eingebettete Laufbahnen (höherer Dienst - gehobener Dienst) aus einer Zeit, als die Schulen noch obrigkeitsstaatliche Einrichtungen waren.

Noch immer wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergrup­pen über das Alter der Schüler und deren sozialen Herkunft bewertet. Der Um­gang mit jüngeren und bildungsschwachen Schülern wird geringer geschätzt und weniger honoriert als das Unterrichten älterer Schüler und solcher aus "besse­ren" Gesellschafts­schichten. Das ist so, wie wenn man Kinderärzte auch kürzer ausbilden würde!

Galt die Grundschule zu früheren Zeiten als eine disziplinierende Stillsitzschule ("Händchen falten, Mündchen halten, Öhrchen spitzen, stille sitzen…"), in der man Schülern das beibringt, was jeder Erwachsene ohnehin beherrscht, ist man sich in jüngster Zeit der immensen Bedeutung der pädagogischen Basis­arbeit in der Grundschule endlich bewusst geworden. Die Grundschule ist für die Bil­dungsbiografie der Schüler die Grundlage. Moderner Unterricht in der Schulein­gangsphase - mit einer Fremdsprache bereits ab der ersten Klasse - bedeutet bei einer sehr heterogenen Schülerschaft mit der Erstellung individueller Lern- und Förderpläne sowie Portfolios alles andere als "ein bisschen Schule halten".

In Nordrhein-Westfalen werden künftig alle Lehrer - unabhängig von der Schul­art, in der sie später unterrichten, - zehn Semester lang an der Universitä­t auf ih­ren Beruf vorbereitet. "Die dortige Landesregierung macht auf diese Weise dem weit verbreiteten Denken ein Ende, die Lehrerausbildung könne umso kür­zer sein, je jünger die zu unterrichtenden Kinder sind", lobt VBE-Chef Rudolf Karg diese echte Reform auf dem Bildungssektor.

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