Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH
MFG Stiftung prämiert exzellente Digitalprojekte aus Baden-Württemberg
Karl-Steinbuch-Stipendium: Studenten überzeugen mit dreidimensionaler Bedienoberfläche
Mehr zu: Auszeichnungen, Baden-Württemberg, E-Learning, Informatik, Medienkompetenz, Stiftungen, Stipendien, HochschuleIn der zweiten Ausschreibungsrunde des Karl-Steinbuch-Stipendiums im Jahr 2008 unterstützt die MFG Stiftung Baden-Württemberg außergewöhnliche studentische Projekte aus dem IT- und Medienbereich mit insgesamt über 100.000 Euro. Mit 6 von insgesamt 15 Stipendienprojekten sind besonders viele Ideen aus Karlsruhe vertreten. Weitere Stipendiaten kommen von Hochschulen und Universitäten in Heidelberg, Konstanz, Ludwigsburg, Mannheim und Stuttgart.
Kurz vor Weihnachten, am 17. Dezember 2008, kürte die MFG Stiftung Baden-Württemberg die neuen Karl-Steinbuch-Stipendiaten. Ausgewählt wurden 15 Projekte, die – ganz im Sinne des Informatik-Pioniers Karl Steinbuch – außergewöhnliche und interdisziplinäre Ideen mit IT- und Medienbezug umsetzen. Insgesamt hatten sich 35 Projektteams aus dem ganzen Südwesten um das Stipendium beworben. Die Beteiligung war damit die höchste seit Beginn der Ausschreibung im Jahr 2004. Vergeben wird eine Fördersumme von insgesamt 112.324 Euro.
Die Themen der aktuellen Ausschreibungsrunde reichten von Kunstprojekten und Filmen (sechs Einreichungen) über Visualisierungslösungen (vier Einreichungen) bis zu Programmen zur Verwaltung von Webinhalten oder zum Erlernen der chinesischen Sprache. Das vor vier Jahren von der MFG Baden-Württemberg initiierte Stipendium erwies sich dabei erneut als Trendbarometer. Online-Spiele direkt mit Fingern und Händen steuern Eines der Projekte trägt den Titel Multi-Touch 360. Dabei entwickelt der Informatikstudent Thorsten Blum von der Universität Karlsruhe eine so genannten Multi-Touch-Halbkugel, auf der sich Computerspiele komfortabel steuern und bedienen lassen. Das Spielgeschehen wird mit Hilfe eines Projektors auf einem halbkugelförmigen "Bildschirm" aus Acrylglas abgebildet. Das dreidimensionale Display animiert die Spieler zu mehr Aktivität. So laufen sie z. B. um die Installation herum. Auf diese Weise wird die "reale" Bewegung zu einem Bestandteil des Spiels. Die Besonderheit des Projekts ist die Bedienungstechnologie: Während die Spielbefehle bisher über ein kabelloses Steuerungsinstrument (Controller) gegeben wurden, will Thorsten Blum nun ein Display entwickeln, das weitgehend ohne Eingabegerät nur mit den Fingern oder den Händen gesteuert wird. Weitere zukünftige Einsatzgebiete einer solchen Technologie könnten Informationsterminals auf Messen oder in Museen sein.
Simulationsumgebung für die Standortsuche
Ein anderes Beispiel kommt aus der Landeshauptstadt. Taavi Anderson und Yui Ohtsuka von der Universität Stuttgart schaffen im Rahmen ihres Projekts "ClusterLab" eine Simulationsumgebung, mit der sich die Netzwerkbeziehungen in Clustern visualisieren lassen. Anhand von Geoinformationsdaten und statistischen Informationen wird die Infrastruktur von Gebieten grafisch darstellt. "Standortplanern und clusterpolitischen Entscheidungsträgern will ClusterLab ein hocheffizientes strategisches Analyse- und Testumfeld zur Verfügung stellen, das schon lange vor den ersten Investitionen Klarheit über die Umgebung schafft", erklären der 34-jährige Stuttgarter und die 29-jährige Japanerin.
Für viele Karl-Steinbuch-Stipendiaten bedeutet die Auszeichnung nicht nur eine willkommene finanzielle Zuwendung. Sie dient auch zur wissenschaftlichen Richtungsbestimmung. So auch für Steffen Wicker, der mit zwei Kommilitonen im Rahmen des Karl-Steinbuch-Stipendiums 2007 eine Software entwickelte, die Nachrichten und Trends in Internet-Blogs analysierte. Inzwischen hat der Mannheimer Informatik-Student das Projekt abgeschlossen und möchte demnächst seine Diplomarbeit darauf aufbauen.
Weiterführende Informationen unter:
www.karl-steinbuch-stipendium.de
www.mfg-innovation.de
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Über das Karl-Steinbuch-Stipendium
Das Karl-Steinbuch-Stipendium wird von der MFG Stiftung Baden-Württemberg vergeben. Das Stipendium fördert kreative und innovative Projekte mit IT- oder Medienbezug aus allen Fachrichtungen, die Studierende neben ihrem Studium durchführen. Die Projekte müssen entweder ein Forschungsziel haben oder einen künstlerischen Wert aufweisen. Neben Projekten aus Informatik und Medienwissenschaften sind insbesondere interdisziplinäre Ideen gefragt, die die beiden Querschnittsbereiche mit anderen Fachwissenschaften verbinden.
Über die MFG Stiftung Baden-Württemberg
Die MFG Stiftung wurde 2003 ins Leben gerufen. Ziel ist Aus- und Weiterbildung sowie Förderung von Kunst, Kreativität und Kultur. Schwerpunkte sind Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medien, IT und Film im Rahmen eigener Projekte. Die MFG Stiftung fördert innovative Projekte und Forschungsaktivitäten durch Studien, Stipendienprogramme sowie Wettbewerbe. Darüber hinaus bietet sie neue Fort- und Weiterbildungsangebote an und vernetzt Akteure im Bildungs- und Forschungsbereich.
Mitglieder der Jury
- Prof. Albrecht Ade: Langjähriger Künstlerischer Leiter Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg
- Klaus Haasis: Geschäftsführer MFG Stiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
- Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Peter C. Lockemann: Direktorium Forschungszentrum Informatik (FZI), Karlsruhe (bis Dez. 2005 Vorstand) und Emeritus, Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation, Universität Karlsruhe
- Prof. Dr. Peter Vodosek, Rektor a.D.: Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart und Lehrbeauftragter, Fakultät Information und Kommunikation, Hochschule der Medien, Stuttgart
Die Stipendiaten im Überblick
| Name Bewerber | Hochschule/ Studiengang/-fächer | Titel des Projekts |
|---|---|---|
| Ali Aksi | Hochschule Karlsruhe | Ein inkompressibles Lattice Boltzmann Modell zur Simulation von Strömungen in porösen Medien |
| Bastian Allgeier | Hochschule Mannheim | ZooTool |
| Taavi Anderson und Yui Ohtsuka | Universität Stuttgart | ClusterLab |
| Hannes Appell, Tonio Freitag und Sebastian H. Schmidt | Filmakademie Ludwigsburg | LYS |
| Torsten Blum | Universität Karlsruhe | Interaktive Multi-Touch basierte Videospiel- und Bedienkonzepte auf 3D-Projektionskörpern |
| Simon Brauchle, Manfred Lehmann und Britta Mangei | Hochschule Karlsruhe | P.K.S. – Personen-Koordinations-System |
| Martin Bromber und Anna Praßler | Filmakademie Ludwigsburg | Karla Luca |
| Maria Büring | Hochschule der Medien | Nee, oder?! |
| Tommi Kramer | Universität Mannheim | Wertbasierte Visualisierung von Veränderungen und sozialen Netzwerken in verteilten Softwareentwicklungsumgebungen |
| Andreas Rentschler und Michael Rentschler | Universität Karlsruhe | Konstruktion eines volumetrischen dreidimensionalen Anzeigegeräts mittels einer LED-Punktmatrix |
| Johannes Richter | Filmakademie Ludwigsburg | Ivy Generator |
| Christoph Burgmer und Marc Rosenberger | Universität Karlsruhe | Rechnergestütztes Begleiten von Lernern der chinesischen Sprache |
| Dirk Saleschus | Universität Konstanz | Ein wissensbasiertes Lernprogramm für Grammatikkorrekturen im Zweitspracherwerb |
| Daniel Schrimpf, Daniel Hähn, Lukasz Plotnicki und Johannes Thönes | Universität Heidelberg | RANDI2 - Software zur Randomisation klinischer Studien |
| Nele Wohlatz | Hochschule für Gestaltung Karlsruhe | Frau ohne Kopf |
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